Das Tagebuch

1.12.25
Ohweiowei, was machen se sich in die Hosen
Die AfD, so geht die bittre Klage der Altgedienten, die AfD macht unsern schönen Laden hier kaputt! Seit Jahren sehn sie das Ende, das dicke Ende, frontal auf uns zu kommen. Und das nicht zu Un­recht. In jeder Hin­sicht.
Sie haben keine Argumente, keine Strategien und keine Ideen. Selbst wenn sie dergleichen hätten, selbst dann stünden sie - wie eh und je – ratlos wie das Karnickel vor der Ringelnatter.
Bertholt Brecht, der cleverste, meinte nach dem 17. Juni nur, unter solchen Umständen sei es die einfachste Aufgabe der Regierung, das Volk aufzulösen und sich ein neues zu wählen.
Vielleicht, so kommt’s mir grade in den Sinn, hülfe all den Leuten ausnahmsweise mal der kollektive Gang zum Psychotherapeuten. Wenn dabei dann die ’kenntnis dämmerte: Der Apfel fällt nicht weit vom Birnbaum, denn wir sind alle Fleisch vom Fleische, so wie's auch ist im Allgemeinen bei den Rindern, vielleicht ist dann der große Bürgermord und -totschlag noch 'ne Weile zu verhindern.
Wer weiß.
30.11.25
Die neue Parteijugend der AfD
Am Wochenende konstituierte sich die „neue“ Parteijugend der AfD unter dem geistig noch recht bescheidenen Label
„Generation Deutschland“.
Zur Gründung der Jugendorganisation trafen sich im hessischen Gießen an die 500 Rechtsextremismusexperten der AfD, doch von „neu“ konnte eigentlich kaum die Rede sein. Im Wesentlichen waren es dieselben Figuren, die­selben Fahnen und dieselben Frisuren, dieselben speckigen Stiernacken und dieselben pomadigen Seiten­scheitel, kurz: dieselben Fressen und Dumpfbacken, die man schon in der Vorgängertruppe hatte bewundern dürfen..
Draußen vor der Tür protestierten um die 25.000 friedliche Gegen­demonstranten gegen die Veranstaltung, die von 5000 Polizisten mit Schlagstöcken, Pfefferspray und Wasserwerfern vor der Demokratie geschützt werden musste, damit der Versammlungsort nicht gestürmt wurde.
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz und sein Dobrindt sparten nicht mit Kritik, aber nicht an dem, was die junge braune Garde in der Halle des Volkes so von sich gab, sondern an dem, wie sie meinten, „undemokratischen Verhalten der Demonstranten, mit dem sie sich gegen das Recht auf Versammlungsfreiheit wendeten.“ Dobrindt sprach von „Chaoten“.
Fazit:
Mit diesem notorisch gutfrisierten Nachwuchs, mit dieser hochintelli­genten Speerspitze unserer Rechtsextremismusexperten wird dies Deutschland noch ordentlich viel Spaß kriegen.
29.11.25
Kurz & krass
Die on-line-Ausgabe der überflüssigen Zeitschrift ‚capital.de‘ schreibt über den Führer der Vereinigten Staaten von Amerika:
„Donald Trump – Er zeigt sich kaum noch vor 12 Uhr mittags“
Is ja interessant. Das soll uns wohl an den Western „High Noon“ -
„12 Uhr Mittags“ denken lassen. Aber mich erinnert das irgendwie eher an den Beginn des 2. Weltkriegs. Denn ab September ’39 kam der deutsche Führer auch immer später zum Frühstück.
28.11.25
Der alltägliche Trumpknaller
So wie ein blindes Huhn auch mal ein Korn findet, so kann Trump auch nix dafür, mal richtig zu liegen. Zum Beispiel was Israel betrifft. Im alltäglichen Normalbetrieb bleibt er aber das, wofür er jahrzehnte­lang hart gearbeitet hat: aktuell der größte anerkannte Vollidiot auf Erden zu werden. Das schafft nicht jede dahergelaufene Arschgeige.
„Ich werde sicherstellen“, so Trump gestern nach einem halb-miss­lunge­nem Attentat auf seine Nationalgarde, „dass alle Ausländer aus allen Ländern abge­schoben werden, die unserem Land keinen Nutzen bringen.“
Eines fällt an diesem typischen Trumpknaller allerdings bei genau­erem Hinsehen auf: Einen grundlegenden Unterschied zu europäi­schem Denken kann ich hier nicht erkennen oder sehen. Oder muss ich zum Augenarzt?
27.11.25
Leo XIV. zu Besuch bei Erdogan I.
Seine 1. Auslandsreise führte unsern überraschungsarmen Löwen von Rom zum türkischen Möchtegernsultan Erdogan. Was er aus­gerechnet von dem wollte … wer will’s wissen? Die Städte, wo er Halt machte, brauchen aber auch keine apokryphen Erklärungen von offizieller Seite; als Großmeister der Symbolik bevorzugt das Chris­tentum sowieso andere schlagende Argumente.
Zum Beispiel Iznik, ein Städtchen in der Westtürkei mit ca. 44.000 Einwohnern, paar Kilometer südlich von Istanbul, bekannt geworden unter dem Namen Nicää durch den heiligen Bestsellerautor Paulus, dem von Saulus zum Paulus konvertierten Briefeschreiber und kreuz und quer durch die damalige Weltgeschichte bretternde Erfinder des antisemitischen Christentums.
In diesem kleinasiatischen Kaff fand um 320 n.u.Z. dann auch das
1. "Ökumenische Konzil" statt, in dem durch Kaiser Konstantin das Christentum zur Staatsreligion befördert und das gesamte oströmi­sche Reich mittels einer Schenkung, der sog. "Konstantinischen Schenkung", einer faustdicken Fälschung, dem weströmischen untergejubelt wurde.*)
Ich bin ja nun mehr oder weniger der letzte, der der Hausreligion von Erdogan irgendwas Positives nachsagen kann oder Gutes will. Doch eine weitere Schenkung inkl. Fälschung in Richtung des glorreichen Westen gehört nach meinem bescheidenen Dafürhalten zur Zeit nicht auf die Tagesordnung der Weltgemeinschaft.
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Bei möglichen geschichtlichen Ungenauigkeiten bitte die Verant­wortlichen zu konsultieren.
26.11.25
Die ‚Merzgefallenen‘ der Arschlöcher für Deutschland
Als hätte man einen solchen Fall noch nie erlebt. *)
Ich gebe gerne zu, der Vergleich hinkt ein wenig. Aber ich konnte einfach nicht auf diesen billigen Wortwitz verzichten. Man kann davon ausgehen - wie alle, die es gewohnt sind, etwas über ihre Hutkrempe hinaus zu denken, - dass bei der nächsten Bundestags­wahl die AfD einen Erdrutschsieg hinlegt, der vom alten System nur noch Trümmer übrigläßt.
Ob Merz, der Große Friedrich, mit seiner ehemaligen Volkspartei CDU dann überhaupt noch eine Rolle spielt ...
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*)
„Nach der Regierungsübernahme durch Adolf Hitler am 30. Januar 1933 und besonders nach den Reichstagswahlen am 5. März 1933 erlebte die NSDAP eine Beitrittswelle. Zu den rund 850.000 Mit­gliedern, die bereits vor der ‘Machtübernahme’ der NSDAP zuge­hörten, kamen in den Monaten bis zur Mitgliedersperre am 1. Mai 1933 fast zwei Millionen neue Mitglieder hinzu.“ (Leibnitz-Institut für Deutsche Sprache)
25.11.25
Der stetige Fall der Brandmauer
Laut ‚Spiegel‘ sind ab jetzt auch die Bäcker und Bauern mit dabei. Man kann ihnen vieles vorwerfen. Nur nicht, dass sie nicht wüssten, was sie tun.
24.11.25
„Ist Trump ein Faschist?“
Zohran Mamdani, der demokratische Bürgermeister von New York, hält US-Präsident Trump jedenfalls für einen.
23.11.25
Das Monster in der Mitte
Das ‚Handelsblatt‘ meldet:
„Wirtschaftsverbände in Deutschland überdenken teilweise ihren Umgang mit der AfD. So gibt der ‚Verband Die Familienunternehmer‘ als erster seine bisherige Brandmauer-Strategie auf.“
Erst schreien se alle „Die Familie ist die Keimzelle des Staates“. Und fängt se dann an zu wuchern, ist das auch wieder falsch?