Das Tagebuch

16.3.26
Der Nachruf zum Nachruf
Dass Nachrufe für berühmte Zeitgenossen meist schon Jahre vor ihrem Tod fix und fertig in den Schubladen liegen, ist ja allgemein bekannt. Und damit diese Nachrufe nicht so angegammelt riechen, schmückt die Redaktion den Nachruf bei jedem aktuellen Todesfall mit Kommentaren irgendwelcher VIPs und Promis, ob se passen oder nicht. Nur manchmal wundert man sich:
„Seine analytische Schärfe prägte weit über die Grenzen unseres Landes hinaus den demokratischen Diskurs und wirkte wie ein Leuchtfeuer in tosender See. Für unser Gemeinwesen war Habermas’ intellektuelle Eindringlichkeit und seine Liberalität unersetzlich – sein Wort war Maßstab und Herausforderung in einem.“
Und jetzt - raten se mal!
Ach was, komm, egal ...
Ich weiß nicht viel über den Mann, ich weiß nur eins, meine Lieben: Das hat der nie im Leben selber geschrieben. Zumal es ebenso unvor­stellbar ist, dass der überhaupt nur 1 Satz von Habermas gelesen haben könnte. Und gänzlich nicht von dieser Welt erscheint mir der Gedanke, Merz würde seine Regie­rungspraxis an den Maximen der Habermas-Theorie des kommunikativen Handelns messen.
Und wenn doch? Dann lässt sich der Bundeskanzler als solcher zumindest nich mit Hilfe von Habermas erklären. Da müsste man schon Sigmund Freud oder den lieben Gott bemühen. Oder den Papst oder Merz seine Trulla.
Oder Merkel war das! Ja, das könnte natürlich sein. Eine konzertierte Aktion von Merkel und dem 'Stadtanzeiger', um Merz noch mal eine reinzuwürgen ...
15.3.26
Jürgen Habermas gestorben
Auch das noch. Es macht einfach keinen Spass mehr.
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Dazu passt auch wunderbar, dass in Brandenburg auf dem Parteitag der Linken dem Staate Israel von der Mehrheit der delirierenden Delegierten "Völkermord und Apartheit" bescheinigt wurde. "Linksfaschismus" ... nie gehört, ne? Dann googelt mal ein bisschen bei "Habermas", ihr geschichtslosen Penner.
14.3.26
Was Herr Klingbeil, des Kanzlers liebster Lilalaunebär, so sagt, wenn der Tag was länger geworden war:
„Wir wollen die Ölpreis-Profite an die Bürger zurückgeben. Die Öl­konzerne bereichern sich nach Ansicht des Bundesfinanzministers am Iran-Krieg. Das muss gestoppt werden.“
Na, denn man tau,
du witziger Minister, du.
13.3.26
Freitag der 13.
Die Süddeutsche’ berichtet wie alle andern auch:
„Ab 2027 soll laut Dobrindt kein Geld mehr gezahlt werden, um Asylsuchenden eine Beratung unabhängig von Behörden zu ermöglichen.“
Der Typ hätte damals auch die Züge nach Auschwitz gefahren. *)

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*)
„Das kannste ja wohl so nicht stehen lassen! Das ist ja mehr als unmöglich! Mach das weg!“
Meinte mein aufmerksamer Freund und verlässlicher Korrektor am Telefon. „Ich mag den Dobrindt auch nicht. Aber Auschwitz … das geht nicht. Wenn du dir nen Gefallen tun willst, such dir ne andere Pointe.“
„Ich weiß, ich weiß. Mein Gott! Mir ging’s dabei doch gar nicht um ne billige Provokation. Diejenigen, also die Millionen Deutschen, die an allen Verbrechen der Deutschen beteiligt waren, waren ja keine studierten Ausnahme-Spezialisten mit einer Spezialausbildung in Sachen Völ­kermord & Totschlag, Pogrome, Kriege & Vertreibung, Ausgrenzung, Hass & Hetze, sondern ganz normale Zeitgenossen, eigentlich ganz banale Figuren, die man mit jeder denkbaren Auf­gabe betrauen konnte. Sie hatten und hätten alles getan, so wie die vielen unbe­kannten Lokführer nach Auschwitz. Und damit jetzt zu Papa Dobrindt.
Also, auf der einen Seite das Millionenheer von Tätern, Mitglieder aller gesellschaftlicher Schichten, als Mitläufer beizeiten sich selbst entschuldigt und auf der anderen Seite unser kleiner, armer Dodo … wenn wir allein das nehmen, was wir an menschenverachtenden Äußerungen aus dem Munde Dobrindts kennen... meinst du im Ernst, Meister, dass ausgerechnet Dobrindt nicht in das o.g. Millionenheer reingepasst hätte?
Unser Disput war mit diesen Sätzen zwar nicht ausdisputiert. Aber vielleicht könnte man ja auch mal alle fünfe grade sein und einfach alles stehen und liegen lassen, so dachte ich bei mir.
Nein, kann man nicht, kam's aus dem Hörer. ...
und weiter ging’s ad infinitum et ad libitum.
12.3.26
Das Wort zum Sonntag am Donnerstag
„Schaut, was heute mit diesen geistesgestörten Drecksäcken passiert. Sie haben 47 Jahre lang unschuldige Menschen auf der ganzen Welt getötet, und jetzt töte ich als der 47. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika sie. Welch große Ehre es ist, dies zu tun!“
???????
11.3.26
In jeder Hinsicht auf Rekordkurs
Alle 20 Minuten geht eine deutsche Firma pleite. Und im internationalen Waffenhandel zum 1. Mal auf Platz 4.
10.3.26
Und schon liegen sie sich wieder in den Haaren
Für Merz hätt’s eigentlich gar keine Bundestagswahlen geben müssen. Dass ihm der CDU-Chefsessel und der Kanzlerposten zustehe, nachdem er allein von seiner Parteifreundin Merkel 5 mal genial abgekanzelt worden war, stand nach der Wahl selbst für den letzten Deppen inner CDU außer Frage. „Wir schaffen das!“ hieß damals die Handlungsmaxime ex cathedra. Oder anders formuliert: „Auf jedem Schiff, das dampft und segelt,
gibt's eine, die die Sache regelt.
Und das bin ich.“
Das ging damals noch relativ geräuschlos über die Bühne. Der übli­che Umgang unter den netten Politikern läuft aber in der Regel etwas ruppiger ab. Und, siehe da, kaum standen die Wahlergebnisse im Ländle Ba-Wü fest, ging’s unter der Gürtellinie munter weiter.
Da passt es doch prima, dass sich der Berufs-Egomane Boris Palmer zurück ins grüne Jammertal drängelt und wieder alle auf 180 bringt. Und weil der Cem Özdemir sich seinen Ruf nicht durch überflüssige Stinkstie­feleien versauen will, holt er sich seinen Kumpel, den lupen­reinen Po­pulisten Boris ins Boot, einen Mann, der den politischen Charme und die nöti­ge Durchsetzungskraft für einen grün-abgefe­derten Weltuntergang mitbringt.
Und es verspricht spannend zu werden. Die Eingeweihten ahnen schon, was da auf sie zukommt – und zwar so ne saftige Retour­kutsche in dieser Art:
„Auf jedem Schiff, das dampft und segelt,
gibt es einen, der die Putzfrau vögelt.
Und das bin ich!" *)
Zugabe?
Zugabe:
Und ist das Schiff auch noch so klein –
einer muss die Putzfrau sein.“

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*)
Das Copyright dieses hübschen Poems liegt allerdings bei einem anderen Po­litgauner, nämlich bei Jürgen W. Möllemann, der auch stets hoch hinaus wollte, woraus aber genauso regelmäßig nix wurde.
9.3.26
The day after, Teil 1, Ba-Wü
Grüne 30,3%
CDU 29,7%
AfD 18,7%
SPD 5,5%
Linke 4,4%
FDP 4,4%
Sonst. 7,0%
8.3.26
„Internationaler Weltfrauentag“
„Internationaler Weltfrauentag“ Ähm, wo waren wa stehngebliebn? Wie bitte? Ach, so, Landtagswahlen in Ba-Wü, na gut. Dann eben das.
Also: Dieser Spitzentyp vonne CDU da, meine Damen und Herren, hab den vorher noch nie irgendwo gesehen, der ist wohl immer so an mir vorbeigerauscht. Der Typ ist mir ja vorher gar nicht äh ... aufgefallen. Nee, auch nicht unangenehm. Nee, einfach nur gar nicht.
Aber seit diesem Wahlabend gestern Abend, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde und Freundinnen, draußen vor den Geräten, spätestens seit diesem Wahlabend muss doch jeder, und normalerweise wiederhole ich mich ja nicht so gern, muss doch jeder und jede, auch die, die grundsätzlich nicht mit mir überein­stimmen, zu dem Schluss äh komme…, äh, zu dem Schluss kommen … also, das ist doch nicht zu fassen … jaja, Herr Kollege, der ist auch mit ner Schüppe voll KI nicht mehr zu retten, ja, genau, das werden wir auch … ja, ganz recht. Oh, ich glaub, ich hab meine Pillen ver­gess...Tja, nun, kann schon mal passieren. Hach, nein! Da hab ich ihn wieder, den Namen von dieser wirklich ausgesuchten Flachpfeife!! Wie bitte? Das wäre ja ’n Hammer geworden: Ministerpräsident Manuel Hagel???!!!
Manuel Hagel! Junge, Junge. Das sagt einem ja schon der Name!
Manuel!
„Alles mit der Hand,
sprach der Praktikant.
Gevögelt werden ist nicht schwer.
Selber vögeln aber
sehr.“
(Guru Guru)