Das Tagebuch

23.4.24
„Der neue Straßenkampf“
In vielen deutschen Städten sind sie schon zu einer Plage geworden. Sie gehören nicht zu den invasiven Arten, die hier nichts zu suchen hätten. Sie sind zumeist hier geboren, sind Fleisch vom Fleische und aggressiv, durchschnittlich gebildet und in der Regel Einzeltäter, aber professionell verlinkt. Sie brettern durch die unübersichtlichen, vollge­parkten Straßenschluchten der Großstädte, als wären sie mit ihren 2 Rädern die einzigen auf der Erde, und erwischen se einen Falschpar­ker, wird dieser zusammen mit seinem Mordwerkzeug fotografiert, mit erbärmlichen Schimpfkanonaden traktiert, als künftiger Volksfeind schon mal notiert und aus der Gemeinschaft der Verkehrsheiligen aussortiert. Die Fotos plus Berichte landen dann bei den zuständigen Polizeidienststellen: Und fertig ist die nächste Anzeige gegen den gottverfluchten Falschparker.
Der ‚Kölner Stadt-Anzeiger‘ war für seinen Bericht einem von denen auf der Spur, hat ihn begleitend beobachtet und interviewt. Falco Görres - Name geändert - ist Fahrradaktivist und fotographiert Autos und ihre Besitzer, die auf dem Radweg parken.
„Ich sehe mich nicht als Hilfpolizist, ich will einfach, dass ich und andere sicher von A nach B kommen können.“
Ja, sicher! Ja, nee, is klar, Falco. Und wer wäre denn nicht gegen diese selbsternannten Könige der Straßen, gegen die Autokraten des Asphalts mit ihren dauernd im Weg stehenden Protzkarren.
Aber weißt du, wer noch übler ist als diese ewigen Autofetischisten? Weißte nich, ne? Wie soll ich’s dir beibringen? Soll ich ’s dir teilen, linken, liken oder mailen, fixen, faxen oder runterholen? Ach, komm. Es reicht ja, wenn es hier steht:
„Der größte Lump im ganzen Land
ist und bleibt der Denunziant.“<
So, jetzt weißtes.
22.4.24
Die Spatzen pfeifen es seit langem schon von den Dächern
Und ich meine, es stand schon im Koalitionsvertrag:
Lindner macht uns in Kürze den Genscher.
21.4.24
Deviante Verhältnisse
Die Sache sei doch ganz einfach, sagte Friedrich Merz: Mit Hilfe einer App könnten Arbeiter sich ausrechnen, wie viel sie durch Bürgergeld statt Arbeit verdienen würden. Und so mancher sage dann eben, dass sich der Job nicht lohne.
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Im Jahr 2023 wurde 15.777 Menschen der Regelsatz des Bürger­gelds gekürzt, weil sie sich weigerten, ein Arbeits- oder Weiterbil­dungsangebot oder einen Ausbildungsplatz anzunehmen.
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„Totalverweigerer wird es bei uns nicht geben.“ (Friedrich Merz)
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Währendessen schreibt die ‘WirtschaftsWoche’:
„Steuern – Superreiche zahlen weniger als der Mittelstand“
und die ‚zeit.de‘ klärt auf:
„Warum Reiche nur halb so viel Steuern zahlen wie die Mittelschicht“
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Rund 5,5 Millionen Menschen in Deutschland erhalten Bürgergeld, davon gelten 3,9 Millionen als erwerbsfähig. Demnach wurde der Regelsatz also bei rund 0,4 Prozent der erwerbsfähigen Bürgergeld­bezieherinnen und -bezieher wegen der Ablehnung von Arbeitsan­geboten gekürzt.
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Und was sagt die regierende FDP so:
"Wer seinen Mitwirkungspflichten im Bürgergeld nicht nachkommt und beispielsweise zumutbare Arbeit ohne gewichtigen Grund ablehnt, sollte mit einer sofortigen Leistungskürzung von 30 Prozent rechnen müssen", heißt es in dem Papier. Der Spielraum für verschärfte Sanktionen müsse ausgenutzt werden, "bis hin zu einer vollständigen Streichung von Leistungen". Das Leistungsniveau solle zudem zunächst nicht weiter steigen. (tagesschau.de)

Tschüss.
Den nächsten Kommentar spricht nächste Woche ein Vertreter der Künstlichen Intelligenz
20.4.24
Führers Geburtstag
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19.4.24
Palim, palim!
Das scheint ja wirklich ansteckend zu sein wie die Pest. Jetzt hat sich ein weiterer welt­berühmter deutscher Kulturtrottel und Straßenfeger am Thema Israel verhoben.
„Nonstop Nonsense“, das war von Anfang an bis heute sein populä­res Ein und Alles, um die Menschen zum Lachen zu animieren. Die aktuelle Animier-Nummer ist ein kleines, bescheiden daher stolzie­rendes, an die Tränendrüsen appellierendes und an Perfidie nicht zu überbietendes, kurzes sogenanntes „Friedensgedicht“.
Zusammen mit Dr. Diether-Dumm-Dumm-Dehm hat er ein Gedicht erbrochen mit dem Titel „Gaza, Gaza“. In akribischer Kleinarbeit haben die zwei Großdichter dafür alles versammelt, was vornehmlich seit dem 7. Oktober ’23 in unsern antisemitischen Kreisen jeden Tag aufs Neue ausgebrütet und mit nagelneuen Fakeartefakten garniert in die Umlaufbahn der sozialen Deppen-Medien geschickt wird: von Apartheid und Genozid über Konzentrationslager, Massaker und Kriegsverbrechen bis Vernichtung, Völkermord und verbrannte Erde wie bei den Nazis ist alles dabei und nichts vergessen; selbst der gern genommene Nebelkerzenwerfer-Satz aller Verharmloser:
„Natürlich verurteile auch ich den Terror der Hamas, aber … ich weiß aber auch: Kein Mensch wird als Terrorist geboren.“
Ekelhafter kann man die Verwechselung von Ursache und Wirkung in der Tat nicht zelebrieren. Wobei der Satz nicht einmal in Didis Mach­werk vorkommt, sondern nur als Fußnote bei Live-Auftritten.. Palim, palim.

P.s.:
Mit Didis Politwitzen konnte ich noch nie was anfangen, und die zwei Mal, als ich angeblich gelacht haben soll, war ich jung, naiv und unerfahren und politisch vollkommen unzurechnungsfähig. Und wo andere einen Bruch bei Hallervorden meinen erkennen zu können, kann ich nur seinen roten Faden sehen, der da heißt „Nonstop Nonsense.
Armes Deutschland - der Dichter und Denker.
Da passt es doch prima, dass wir morgen den 20. April haben.
18.4.24
„Köln und Kultur“ -
Wie passt das zusammen?
Ich selbst wäre von allein gar nicht auf die Idee gekommen, diese beiden Begriffe mit einem „und“ zu verbinden. Der ‚Kölner Stadt-Anzeiger‘ aber hat damit offensichtlich keine Probleme.
In der heutigen Ausgabe mit dem 1. Teil seiner Selbstbeweihräu­cherungs-Doku „Wir feiern die Kultur“ - selbstverständlich selbstlos unterstützt von den altruistischen, obligaten üblichen Kölner Kultur-Verdächtigen - beginnt das Trauerspiel schon mit den ersten zwei Sätzen des Vorwortes.
„Je schwerer die Zeiten, umso wichtiger die Kultur: Zum Glück ist die Kulturszene nirgendwo in NRW so vielfältig wie in dieser Region.“
Im Normalfalle liest man so einen Faux-pas einfach irgendwie weg. Das kulturalistische Grundgesetz 'Bevor man sich selbst in den Himmel lobt, muss man als Lokalpatriot all die, die man nicht mag oder kennt oder nich kennenlernen will und die nicht direkt umme Ecke wohnen, erst mal theoretisch zu armseligen Höllenbewohnern degradieren. Mit anderen Worten:
„Zum Glück ist die Kulturszene nirgendwo in NRW so vielfältig wie in dieser Region.“
Muss man jetzt die armen Menschen, die das Pech haben, in Biele­feld, in Osnabrück oder horribele dictu in Bocholt hängengeblieben zu sein, wegen ihres schlimmen Schicksals beweinen? Der Dichter und Überschriften-Schriftsteller vom Stadtanzeiger hat es bestimmt nicht so böse gemeint, wie er es geschrieben hat. Dass die Kultur-Situation in anderen Regionen, im Nicht-Rheinischen, im Schnitt noch beschissener ist als in Köln, das setzt der Gefühl-Kölner, ohne Fakten-Wissen, einfach voraus.
Da kann der Planet drumherum unbewohnbar werden wie der Mond, der Kölner (wie auch sein Stadtanzeiger) würden entgeistert entgeg­nen: damit wolle man Menschen, die nicht schunkeln können, in keinster Weise beleidigen. Man kön­ne mit denen ganz einfach nur nix anfangen. Und: Die ge­hörten ja auch sowieso nicht nach Köln. So einfach sei das.
Ach ja, und was das alles mit Volksverhetzung und Quasi-Rassismus zu tun haben soll, hätten se in der Szene noch nie verstanden. Hauptsache in ihrem Veedel.
17.4.24
Mein Gott, wer alles zu Deutschland gehört!
Als der glücklose Bundespräsidentendarsteller Christian Wulff („Ich bin auf dem Weg zum Emir!“) damals den heillosen Satz in die Welt setzte „Der Islam gehört zu Deutschland“, gab’s gewaltig Gegenwind in der christlichen Union, der sich nun mit dem neuen Grundsatz­papier der Partei erledigt haben soll. Jetzt heißt es da:
„Muslime sind Teil der religiösen Vielfalt Deutschlands und unserer Gesellschaft. Ein Islam, der unsere Werte nicht teilt und unsere freiheitliche Gesellschaft ablehnt, gehört nicht zu Deutschland.“
Und schon hockt wieder unser Freund Aiman, der persönliche Zentralrat der Muslime, einer der flexibelsten unter den üblichen Verdächtigen, bei Steinmeier aufer Matte oder bei Lanz oder Illner oder Miosga oder Maischberger oder wo sonst noch n freier durch­gesessene Diskurssessel rumsteht, und nörgelt:
„Wir lehnen auch diese Neufassung des CDU-Grundsatzprogramms entschieden ab. Es ist nur ein weiterer Versuch der Christlich Demo­kratischen Union in trüben Gewässern zu fischen, um Muslime zu stigmatisieren. Das alles bedient nur antimuslimische Ressentiments und Stereotypen.“
Ja, holla! Da hammer ja mal ausnahmsweise was richtig verstanden! Was glaubst du Naseweis denn, wofür bzw. gegen wen die hiesige Christdemokratur dieses ewige Affentheater veranstaltet? 'n bisschen Sinn & Gespür für die Realitäten muss man hier schon haben, alter Sportsfreund!
16.4.24
Kleine Parteienkunde - Teil 68
Normalerweise ist die Äffffedddddpeeeh für mich ja weniger Gottes Werk als vielmehr des Teufels Beitrag. Neuerdings aber überrascht sie mich des öfte­ren. Ich fange an zu zweifeln. Muss ich mein Urteil revidieren? ‚Merkur.de‘ schreibt:
„Die FDP zeigt sich offen für eine weitere Reform der Rente. Frak­tion­schef Dürr fordert ein flexibles Eintrittsalter, damit ‚Menschen freiwillig länger arbeiten. Warum sollte ich jemandem verbieten, mit 70 oder 72 zu arbeiten?’.“
Ja, warum. Das hat Stil, meine Damen und Herren, dat is modern, das is verdammt gut verlogen, das is mal was ganz was Neues, regelrecht visionär, ja, singulär visionär, ganz einfach rundweg schwerpopulär. Fast würde ich sagen: Echt krass, Leute!
Seit einiger Zeit dümmpelt unsre Hühnerfickerparty bekanntermaßen ja um diese dumme dumme 5%-Hürde rum. Ich hoffe, dass die Äfff­ffeddddd... diese neue dufte, vielversprechende Idee mit ordentlich viel Tamtam in ihr Wahlprogramm mit aufnimmt und unter die Leute bringt, dann würde sie - da bin ich mir ziemlich sicher – punktgenau bei 2,5 lan­den, und wir wären sie endlich los. Hurrrraah!
15.4.24
Pardon! Ich muss mich mal!
Es kommt ja nicht oft vor, dass ich mich dermaßen verfehle! Und offensichtlich falsch berichte! Wenn’s nicht ganz so arg wichtig ist, lass ich auch schon mal alle fünfe grade sein. Und schludere simpel da drüber. Aber für die Fehlmeldung von gestern muss grade auch so’n neunmalkluger Korinthenkacker und gelernter Besserwisser wie ich mal gradestehen.
Der ‚Kölner StadtAnzeiger‘ hatte sich nämlich sehr wohl zum Papper­lapapp-TV mit Björn und Supermario geäußert und über die angeb­lich notwendige „Entlarvung“ ausgelassen. Im Eifer des Gefechts aber hatte ich diese Passagen übersehen.
Also: Ich nehm alles zurück und behaupte … äh, einfach irgendwas anderes. Nix für ungut, Herr StadtAnzeiger, und vielen Dank für die Hinweise aus der Bevölkerung.