Das Tagebuch

19.5.26
Achtung, Achtung!
Die große Sozialstaatsreform ist im Anmarsch!
Und wenn er dabei das „Gesicht“ von Dobrindt sieht, weiß auch der hinterletzte Blödian, was die Uhr geschlagen hat.
18.5.26
„Wie geht’s, wie steht’s?“
„Wie stets!“
Dass die Welt aus den Fugen geraten ist – so steht’s jedenfalls an jeder Wand,- ist ja – auch wenn’s sich komisch anhört – mittlerweile Allgemeingut. Und die dafür wesentlich Verantwortlichen haben sich wie immer und wie gehabt straflos aus dem Staub gemacht. (Man kennt das aus der Bibel: Staub bist du, und zu Staub wirst du zu­rückkehren.) Und so wird’s auch bleiben. Die Menschen sind halt so; es gibt keine anderen. Sagen die einen. Die anderen aber auch. Doch was hilft? Was tun?
Nun, Revolutionen gehen erfahrungsgemäß nach hinten los. Den Rezepten von durchlauchten Erlösergestalten und Weltenrettern glaubt man nicht aus gutem Grund, Gebete nützen eher wenig und mit dem Wort Reform verbinden die meisten nur noch ihr Gegenteil.
Was sich allerdings immer breiter macht und einem die Luft zum Atmen nimmt, das sind die Clowns und Komiker an den Schaltstellen der Macht, organisierte Groß- und Kleinkriminelle aller Art und die dazu gehörenden dumpfen Volksmassen, die sich dumpferweise von dem Rummel auch noch was versprechen. Der Rest geht leer aus oder brav nach Haus oder baden oder kommt sonst wie unter die Räder. Jedenfalls nicht an die berühmten Fleischtöpfe. Was bleibt – und jetzt darf gelacht werden -, ist nur noch die Aufklärung. Ja, die Aufklärung. Billiger wird's nicht mehr.
Und damit, sehr verehrte Damen und Herren, wären wir auch schon fast am Ende unserer kurzen Geschichte der Menschheit. Fast. Denn es gibt sie noch, hier und da, halb und halb, homogenisiert und mit Zusatzstoffen konserviert, geschnitten und am Stück und mit dem Nippel durch die Lasche gezogen:
Die Demokratie!
(Nur, allein bei der Übersetzung ins Deutsche - "Volksherrschaft" - geht’s schon wieder los … Egal. Dazu bei Zeiten mehr.)
Und zur Demokratie gehört unverhandelbar eine freie Presse. Auf die man sich selbstverständlich auch verlassen können muss. Und damit wären wir beim ‚Kölner Stadtanzeiger‘.
***
Der ‚Stadtanzeiger‘ ist jetzt nicht gerade berühmt für sinnlose Über­treibungen, reißerische Propaganda und Falschmeldun­gen, für Fake-news, alternative Fakten und politischen Klamauk. Wenn schon, dann steht das kölsche Traditionsblatt eher für die Erfindung angeb­lich ganz be­sonderer Toleranz, für das bedingungslose Weg­lutschen auch der letzten Karnevalskamelle, für eklig-klebrige, ver­druckst-verlogene Heimat- und Kölschduselei und für seine gut gemeinte, aber völlig über­flüssige, katholische Kirchenkritik. Die generelle, fast mutwillige Verharmlosung sog. besorgter Montagsmaler oder auch ‚Protestwähler‘ und die typisch deutsche Sicht auf den Rest der Welt teilt der Stadtanzeiger mit allen andern hiesigen Stadtanzeigern und über­regionalen Nationalblättern.
Dazu und zum Schluss nur ein banales Beispiel, der Aufmacher von der ersten Seite der heutigen Ausgabe. Überschrift:
„Merz drängt Iran zu Verhandlungen“
Was soll das? Glaubt tatsächlich irgendjemand, ein Hampelmann wie Merz könne irgendeinen Ajahtollah auch nur mit irgendwas beein­drucken? Vorausgesetzt, dass man sich hier einig ist, dass im Iran der Teufel und seine himmlischen Heerscharen regieren. Heißt das jetzt, dass Merz ein solch doller Hecht sein soll, dass er fähig wäre, mit dem Beelzebub irgendwas von Belang zu bereden?
Das würde selbst der arme Sauerländer nicht von sich behaupten. Und wenn nicht er, dann doch Deutschland dazu in der Lage wäre? Oder auch nur gewillt wäre? Eher nicht. Eher erscheint mir hier aus der wohl locker, bewusstlos hin getippten Überschrift der therapie­resistente, ewige deutsche Größenwahn, den sich allerdings auch Merz neuerdings nicht verkneifen kann.
Na, wie dem auch sei – War ja auch nur ein Beispiel.
17.5.26
Der Witz der Woche
"Kubicki".
Das war derrrr...
Witz der Woche.
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Viele Bürger fragen sich besorgt: Was will der Mann?
Was hat er vor? Warum tut der sich das an?
Nun, die Antwort ist ganz einfach: Der Mann will gar nix. Der hat auch nichts vor. Höchstwahrscheinlich will Kubicki, wie ein Spötter schrieb, sich nur wichtig machen. Oder noch n büschen bekannter werden. Der hätte zwar im Gegensatz zu allen andern Äääffdede­peee-Fritzen einen gewissen Unterhaltungswert, käme aber nie damit über die 5%. Tot ist nun mal tot. (Merz). Da sollte die Äääffe­dededepeee besser den Buckelwal Timmy aufstellen. Der habe zur Zeit mehr Fans und sei auch bekannter.
16.5.26
Katholische Zeiten
Da ist der Papst, der Papa aller Katholen, zur Zeit schon mal ein US-Amerikaner, und was verkündigt der gebürtige Kathole aus dem Sauerländischem, der Friedolin Merz aufm Deutschen Katholentag in Würzburg? Unter dem Tagesmotto „Hab Mut, steh auf!“ steht er vor der lauschenden Menge lockerstramm, macht den Erlöser und verkündigt, mutig wie er ist, und weil man weiß, dass er heute gerne dies und morgen das erzählt:
„Also ich würde meinen Kindern heute nicht empfehlen, in die USA zu gehen, dort ausgebildet zu werden und dort zu arbeiten.“
Mein Gott, was ist denn jetzt schon wieder los? Droht uns ne Neuauflage altbekannter Religionskriege? Nur diesmal auch noch Katholen gegen Katholen? Und wer hätte dabei - spannende Frage - diesmal Gott auf seiner Seite?
Oder haben wir es hier mit Leuten zu tun, die habituell in Wahrheit an gar nichts glauben, sondern nur an sich selber?
Und was ist mit den andern? Den Chinesen und den Russen? Nun, der Chines hat ja noch seine Mauer und spielt weiter Kontrabass, weil ihm das alles wurschting ist. Und die Russen haben mit der Ukraine genug am Hals.
Merz sagte sinngemäß, wenn man hier von Sinn überhaupt sprechen kann:
„Wir dürfen die Welt nicht Amerika, China & den Russen überlassen. Wir Europäer d.h. natürlich wir Deutsche müssen endlich weltweit eine grö­ßere Rolle spielen. Und so viel ich weiß, haben in erster Linie, und davon bin ich zutiefst überzeugt, wir den lieben Gott auf unserer Seite.“
Deshalb sei er auch nach Würzburg gekommen.
Deshalb sage auch er:
Habt Mut, steht auf!
Beuget die Knie!
Erhebet euch!
Wir schaffen das!
P.s.:
Na, dann wissen wa ja auch, woher der Wind uns weht.
15.5.26
„Die Party war vorbei …
… ich war hinüber,
man trug mich weg“ …
(Fehlfarben)
Also, Christi Himmelfahrt hatt ich mir irgendwie anders vorgestellt.
***
Egal. Und in Berlin und anderswo haben 'n paar hundert „Männer gegen Männergewalt gegen Frauen demonstriert“. Die Initiative „Männer gegen Gewalt“ teilte mit:
„Wir wollen gemeinsam ein Zeichen setzen für Solidarität mit Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht-binäre u. transgender Personen.“
Echt?
Ich kenn jetzt nicht so wahnsinnig viele transgender-intergeschlecht­lich-nichtbinäre-querstrich-##//?!##-queere-multisexuelle-offensive-andersrummenschen, aber habt er da nicht ne ziemlich zahlreiche Sonderminderheit übersehen und vergessen, hallöchen? Und was ist, Liebelein, mit euren Berliner Woken oder wie die heißen? Habt ihr euch in euren friedensvollen Stuhlkreisen, in eurem Wokenkuckucks­heim mal gefragt, ob ihr noch alle Latten am Zaun habt?
14.5.26
Es ist 5 vor 12, und - hicks! -
ich merk immer noch nix
Egal. Gut Ding will Weile haben. Das wird schon noch was.
Dieses Krombacher-Projekt jedenfalls find ich suupermeeegageil!
25 Pullen Bier für 1 Million Bäume!
(Oder hab ich da was falsch verstanden?)
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesense doch Ihre Packungsbeilage oder fragense die Ärztin, den Arzt oder inne Apotheke!
13.5.26
Morgen an Christi Himmelfahrt,
dem Vater-oder auch Bollerwagentag ...
… will ich auch mal was für den Naturschutz tun, statt immer nur rumzustänkern!. Da kauf ich mir nen Kasten Krombacher und sauf mir meine Umwelt schön.
12.5.26
Lieber Dieter Nuhr,
herzlichen Glückwunsch zum ‚Leo Baeck-Preis‘.
Auch wenn Hannah Arendt der festen Überzeugung war, vor Anti­semitismus sei man nur auf dem Mond sicher, mach weiter so:
„Der Hintern des Teufels ist die Unruhe, die Langeweile der Hintern Gottes.“ (Ernst Bloch)
Wir kennen uns aus alten 3Gestirn-Zeiten. Vielleicht ist die Erinne­rung ja etwas verblasst. Zumal ich auch seit über 18 Jahren nicht mehr unterwegs bin. (Das einzige, was noch läuft, ist dieses Tage­buch. Und meine Nase. Nur, wer weiß, wie lange noch.)
Dieser Glückwunsch war mir ein Bedürfnis. Wie gesagt: Mach weiter so. Und nie vergessen:
„Sich einfügen in die Gemeinschaft
ist der Ersatz für gesittetes Benehmen.“ (Wolfgang Pohrt)
P.s.:
Pardon für dieses Übermaß an Pathos. Aber man hat ja so selten Gelegenheit dazu.
11.5.26
Von wegen (egal was passiert)
Es ist ja jetzt nicht so, dass ich wegen Putin & Schröder, wegen der burschikosen Widerworte Leo des XIV. gegen den zur Zeit füh­renden Oberidioten des Planeten Erde Donald Trump oder wegen der kollapsenden Natur meinen Urlaub abgebrochen hätte. Andererseits …äh ...
Wenn jemand aus heiterem Himmel einen sinnlosen, mörderischen Krieg gegen Gott und die Welt vom Zaune bricht und dann nach 5 fruchtlosen Jahren angeschissen kommt und ausgerechnet seinen peinlichen Politkumpel Gerhardt Schröder für eine Vermittlerrolle im Ukraine-Krieg vorschlägt, ohne sich selbst dabei totzulachen, wenn also ein international anerkannter, erfolgreicher Kriegsver­brecher mit links ins Klo greift und daraus 'nen lächerli­chen „Friedensfürsten“ meint, hervorzaubern zu können, ohne dass eine klandestine, Welt-erlösende Revolverladung ihren Weg findet ins Herz der Bestie …
Oder wenn auch heute am 8. Mai, dem sog. „Erdüberlastungstag“,
an dem wir laut Expertisen sämtlicher ernstzunehmender Umwelt­organisationen „mehr Wälder abgeholzt, Böden ausgelaugt und Rohstoffe verbraucht, als die Erde binnen eines Jahres erneuern kann“ …
… ist das alles für mich noch lange kein Grund, meinen Urlaub abzubrechen.