Das Tagebuch

3.4.26
Frohe Ostern, fröhliche Western
Same procedure as every year
P.s.:
Und esst nicht so viel Eier!
2.4.26
Am Beispiel Cannabis sativa
Man muss nicht Soldat gewesen sein, um gegen den Krieg zu sein ... Man muss nicht gefoltert worden sein, um gegen die Folter zu sein ... Man muss auch kein Junkie gewesen sein, um was gegen Heroin und Koks zu haben. Bei letzterem kann das BKA übrigens meinet­wegen ruhig ein bisschen mehr auf die Kacke hauen.
Wenn es sich aber im aufgeklärten 21. Jahrhundert um eine seit Jahrtausenden nützliche, praktische und harmlose Kulturpflanze handelt, die einem sogar zusätzlich das Leben versüßen sprich
den grauen Alltag der Politik auch mal vergessen lassen kann,
dann sollten doch, bitt’schön, – hier mein bescheidener Kulturtipp
für den April – wenigstens die Politiker, die von Tuten und Blasen
und Kiffen keine Ahnung haben und sich nur gegenseitig in ihrem pathologi­schen Verfolgungswahn überbieten wollen,- mit Verlaub - die Fresse halten.
Und falls sich irgendwer durch meine Sicht der Dinge gekränkt oder - um Gottes Willen - beleidigt gefühlt hat, war das meine volle Absicht.
1.4.26
Unter-Lumpengesindel
Friedrich Merz, im Zweifelsfalle nicht nur sein eigenes Sprach- und Kanonenrohr sondern auch des deutschen Volkes (was immer das „deutsche Volk“ auch sein soll)) ließ sich job- und pflichtgemäß nicht lumpen und kaufte dem syrischen Herrscher und vollbärtigen Ober-Lumpen Ahmed al Scharaa das Versprechen ab, 8o Prozent der (900.000) Syrer, die in Deutschland grade die Zeit totschlagen, wieder heim ins Reich zu holen:
„Ich habe Präsident Ahmed al Scharaa gebeten, vorrangig die zurückzunehmen, die keinen gültigen Aufenthalt mehr haben.“ Es gebe nämlich eine kleine Gruppe, die uns Probleme bereitet, deren Mitglieder straffällig geworden seien.
Na, noch Lust auf ne kleine, sehr ergiebige Denkaufgabe mit Zahlen? Is nich schwer. Braucht man nur bisschen Phantasie. Also:
Dafür verwandeln wir zunächst mal die abstrakten Prozentzahlen in veritable Menschen. Bei 900.000 Syrern sind 80 Prozent ... äh, Moment … ja, genau 720.000 Syrer. Die alle weg müssen. Wie viel sind dann die „eine kleine Gruppe, die uns Probleme bereiten?“
Das ist jetzt natürlich ne Rechnung mit relativ vielen Unbekannten. Ich weiß nicht, wie viele Merz auf seinem Bierdeckel hatte. Zumal der Herr Ahmed al Scharia - man muss ja nur in seinem Namen das 2. a durch ein i ersetzen - ja gar keinen Alkohol … aber, lassen wir das.
Bleibt eigentlich unterm Strich nur festzuhalten, dass der Bundes­kanz­ler summa summarum alle Ausländer, die uns Deutsche betrügen und belügen, beklauen, verhauen + vergewaltigen + unsre Stadtbilder verdrecken – und das tun se durch de Bank alle, sobald sie sich hier blicken lassen, sofort wieder nach Hause umvolken.
Es sei denn, sie hätten in Syrien ne anständige Ausbildung erhalten, die Merz nicht bezahlen musste. Dann seien sie herz- und merzlich willkommen geheißen. Und dann würde auch er, der Herr Merz am Bahnhof stehen und den Schokoladenonkel spielen.
Jaja, so laufen se, die vielgepriesenen, normalen Gespräche und Verhandlungen unter ganz normalen Polit-Lumpen.
Kein Aprilscherz.
31.3.26
Wer ahnt denn so was?!
In den USA sind am Wochenende ca. 8 Millionen Leute gegen und wegen Trump auf die Straßen gegangen. Ob das was nützt – keine Ahnung. Aber hätten Sie Lust, verehrte Damen und Herren, auf eine kleine sportliche Rechenaufgabe? ... Okay.
Wenn in einem Land mit einer Einwohnerzahl von 341 Millionen 8 Millionen Menschen d.h. 2,35% der Bevölkerung die Schnauze so voll haben und zum Protestieren auf die Straße gehen, wieviel müssten dann hier von den 83 Millionen ihren Hintern bewegen,
um nicht vor den Augen aller Welt sich auf ewig zu blamieren?
Dann müssten sich hier min­destens 1,95 Millionen versammeln.
Und nu zu der lustigen Dreisatzaufgabe die logische Zusatzfrage:
Wann waren in Deutschland das letzte Mal an die 1,95 Millionen Menschen auf der Straße? Das war, so viel ich weiß, irgendwann
vor ’45. Und das auch nicht gegen die Regierung.
P.s.:
Ich glaube, wir sollten ein wenig vorsichtig sein, andere für dööfer zu halten als uns selber.
q.e.d.
30.3.26
Ein neues deutsches „Problem bzw. Stadtbild“ à la Merz
Der Bundestag hat letzte Woche über sexualisierte Gewalt gegen Frauen debattiert. Sogar der Bundeskanzler meldete sich zu Wort und zwar mit seinem neuesten beachtlichen Stadt- bzw. Problembild. Und so sieht’s aus:
„Ein beachtlicher Teil der Gewalt,“ so unser Herr Bundeskanzler, „kommt aus der Gruppe der Zu­wanderer.“ Das gehöre zur Vollstän­digkeit dazu, solle aber das Problem nicht relativieren.
Nee, nee, natürlich nicht. Das würde der feine Herr Bundeskanzler auch niemals tun. Warum auch. Dafür hat er ja schließlich seine be­achtlichen Spezialisten, kompetenten Fachmänner und bewährten Ex­perten, allesamt anerkannte Allrounder, erfahrene Zuarbeiter und inter­disziplinär vorurteilsbefreite Forscher an vielen, vielen Orten -
und jede Menge Sports­freunde wie Söder, Dobrindt & Konsorten.
29.3.26
Google, pass bloß up!
Wenn man sich kein eigenes Bild von der Lage und den Zusammen­hängen im Nahen Osten machen kann, dann missbraucht man einfach bewährte, dem antiken Römischen Recht entstammende Grundsätze, zum Beispiel den hier: „Audiatur et altera pars“. Und das sieht dann bei 'Google News' neuerdings so aus:
„Www.saba.ye
Zionistischer Feind verletzt einen Palästinenser östlich von Al-Quds und sprengt das Haus eines Märtyrers in Nablus in die Luft.
Qna org qn
Ein palästinensischer Jugendlicher wurde in Hebron durch Schüsse der Besatzungstruppen verletzt.
Www.saba.ye
Palästinenser in Nablus von israelischen Spezialeinheiten erschossen und festgenommen.“
Das war's. Und das alles i.A. Allahs und seines weisen Propheten.
P.s.:
Schätze, das wird die nächsten 1000 Jahre noch so weitergehen. Mindestens.
('saba.ye' ist die Nachrichtenagentur von Jemen und 'Qna.org.qn' die von Qatar)
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Der Plattentipp zum Frühling
Beim Frühjahrsputz d.h. Wegschmeißen überflüssigen Krempel­krams fiel mir eine wunderbare CD in die Hände, die ich schon lange nicht mehr gehört hatte:
„Exit wounds“ von Jakob Dylan & den Wallflowers aus dem Jahr '21
Am besten mit dem 3. Stück „I hear the ocean" anfangen. Der Rest ergibt sich von allein.
Und wo wa grad schon dabei sind:
„Nous etions des humaines“ von Mickey 3d.
28.3.26
Der US-Außenheiopei hat das Wort
„Unser Militär liegt im Zeitplan. Wir können unsere Ziele auch ohne Bodentruppen erreichen, und ich bin überzeugt, dass unser Einsatz im Iran in wenigen Wochen abgeschlossen werden könnte.“
Dann soll er noch gesagt haben, die Aufforderung seines Präsiden­ten vor ein paar Tagen an die Europäer, sich mit eigenen Boden­truppen am Krieg zu beteiligen, sei nur ein Witz gewesen, um zu gucken, ob Europa überhaupt noch in der Lage ist, seine Witze zu verstehen. Um einen solchen Krieg zu führen, bräuchte man aller­dings unbedingt ne Handvoll Witze. Anders ginge das heutzutage eben nicht. Weil Europa aber partout nicht mitmachen wolle, würden sie nun ca. 5oo Buckelwale fragen. Die seien sehr intelligent, und würden nicht immer so querschießen wie der Wadepuul oder wie der heißt. Mit so ner Horde wild gewordener, durchgedrehter Buckelwale, meinte der Außenminister weiter, beträten sie zwar absolutes Neu­land, aber er sei sehr zuversichtlich, den Buckelwalen die für einen Landgang notwendigen Beine machen zu können. Zur Not und Ab­schreckung, hätte Präsident Trump erklärt, würde er als Moby Dick verkleidet vorne weg marschieren. Da würden die Mullahs aber Augen machen.
Und als dann der Krieg ins 10. Jahr eintrat, eumelte der amtierende Nahtod-Experte Generalfeldmarshall Prinz Eugen von und ab und
zu Zitze­witz ans Mikrofon, um den inzwischen zum Multi-Milliardär avanzier­ten Unterhaltungsfuzzi Hartmut Engler und seine Band ‚Pur’ anzu­kündigen mit Hartmuts autobiographischen Mega-Hit:
„Er träumt jede Nacht von großen Buckelwalen.“ *)

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Wer da glaubt, dass es sich bei diesem Song um einen hardcorefake handelt oder ich mir den ausgedacht hätte, der googel sich doch bitte über youtube den Meister Engler auf den Schirm. Man staunt einfach nur Bauklötze. Lohnt sich.
27.3.26
Nach Habermas jetzt auch noch Alexander Kluge
Ich kann nicht gerade behaupten, den Mann immer verstanden zu haben. Meist hing ich wie seine Artisten auch ratlos in der Kuppel. Hatte aber immer das gute Gefühl, mit ihm nicht komplett falsch zu liegen. (Von wem kann man das schon sagen.)
26.3.26
Noch mal Jürgen Habermas
„Es musste etwas besser werden“
aus dem Interview-Buch
"Gespräche mit Stefan Müller-Doohm und Roman Yos"
„Es musste etwas besser werden“