Das Tagebuch

12.3.26
Das Wort zum Sonntag am Donnerstag
„Schaut, was heute mit diesen geistesgestörten Drecksäcken passiert. Sie haben 47 Jahre lang unschuldige Menschen auf der ganzen Welt getötet, und jetzt töte ich als der 47. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika sie. Welch große Ehre es ist, dies zu tun!“
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11.3.26
In jeder Hinsicht auf Rekordkurs
Alle 20 Minuten geht eine deutsche Firma pleite. Und im internationalen Waffenhandel zum 1. Mal auf Platz 4.
10.3.26
Und schon liegen sie sich wieder in den Haaren
Für Merz hätt’s eigentlich gar keine Bundestagswahlen geben müssen. Dass ihm der CDU-Chefsessel und der Kanzlerposten zustehe, nachdem er allein von seiner Parteifreundin Merkel 5 mal genial abgekanzelt worden war, stand nach der Wahl selbst für den letzten Deppen inner CDU außer Frage. „Wir schaffen das!“ hieß damals die Handlungsmaxime ex cathedra. Oder anders formuliert: „Auf jedem Schiff, das dampft und segelt,
gibt's eine, die die Sache regelt.
Und das bin ich.“
Das ging damals noch relativ geräuschlos über die Bühne. Der übli­che Umgang unter den netten Politikern läuft aber in der Regel etwas ruppiger ab. Und, siehe da, kaum standen die Wahlergebnisse im Ländle Ba-Wü fest, ging’s unter der Gürtellinie munter weiter.
Da passt es doch prima, dass sich der Berufs-Egomane Boris Palmer zurück ins grüne Jammertal drängelt und wieder alle auf 180 bringt. Und weil der Cem Özdemir sich seinen Ruf nicht durch überflüssige Stinkstie­feleien versauen will, holt er sich seinen Kumpel, den lupen­reinen Po­pulisten Boris ins Boot, einen Mann, der den politischen Charme und die nöti­ge Durchsetzungskraft für einen grün-abgefe­derten Weltuntergang mitbringt.
Und es verspricht spannend zu werden. Die Eingeweihten ahnen schon, was da auf sie zukommt – und zwar so ne saftige Retour­kutsche in dieser Art:
„Auf jedem Schiff, das dampft und segelt,
gibt es einen, der die Putzfrau vögelt.
Und das bin ich!" *)
Zugabe?
Zugabe:
Und ist das Schiff auch noch so klein –
einer muss die Putzfrau sein.“

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*)
Das Copyright dieses hübschen Poems liegt allerdings bei einem anderen Po­litgauner, nämlich bei Jürgen W. Möllemann, der auch stets hoch hinaus wollte, woraus aber genauso regelmäßig nix wurde.
9.3.26
The day after, Teil 1, Ba-Wü
Grüne 30,3%
CDU 29,7%
AfD 18,7%
SPD 5,5%
Linke 4,4%
FDP 4,4%
Sonst. 7,0%
8.3.26
„Internationaler Weltfrauentag“
„Internationaler Weltfrauentag“ Ähm, wo waren wa stehngebliebn? Wie bitte? Ach, so, Landtagswahlen in Ba-Wü, na gut. Dann eben das.
Also: Dieser Spitzentyp vonne CDU da, meine Damen und Herren, hab den vorher noch nie irgendwo gesehen, der ist wohl immer so an mir vorbeigerauscht. Der Typ ist mir ja vorher gar nicht äh ... aufgefallen. Nee, auch nicht unangenehm. Nee, einfach nur gar nicht.
Aber seit diesem Wahlabend gestern Abend, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde und Freundinnen, draußen vor den Geräten, spätestens seit diesem Wahlabend muss doch jeder, und normalerweise wiederhole ich mich ja nicht so gern, muss doch jeder und jede, auch die, die grundsätzlich nicht mit mir überein­stimmen, zu dem Schluss äh komme…, äh, zu dem Schluss kommen … also, das ist doch nicht zu fassen … jaja, Herr Kollege, der ist auch mit ner Schüppe voll KI nicht mehr zu retten, ja, genau, das werden wir auch … ja, ganz recht. Oh, ich glaub, ich hab meine Pillen ver­gess...Tja, nun, kann schon mal passieren. Hach, nein! Da hab ich ihn wieder, den Namen von dieser wirklich ausgesuchten Flachpfeife!! Wie bitte? Das wäre ja ’n Hammer geworden: Ministerpräsident Manuel Hagel???!!!
Manuel Hagel! Junge, Junge. Das sagt einem ja schon der Name!
Manuel!
„Alles mit der Hand,
sprach der Praktikant.
Gevögelt werden ist nicht schwer.
Selber vögeln aber
sehr.“
(Guru Guru)
7.3.26
Jetzt mal ‘n ganz anderes Thema!
Nur vorweg eine grundsätzliche Klarstellung in Zeiten des Krieges - und das gilt auch für alle andern Zeiten: Jeder Tote ist ein Toter zu viel. Punkt. Aus. Finito.
Nur verwundert es ein wenig, dass bisher noch keiner der aufge­brachten Israel- Kritiker hierzulande auf die geniale Milchmädchen­rechnung gekommen ist, wonach den Alliierten des 2. Weltkrieges bescheinigt wird, Völkermord an den Deutschen begangen zu haben. Das nur, wie schon gesagt, vorneweg.
Gestern Abend, 19Uhr-Nachrichten im ZDF gefühlt ca. 5 Minuten langer „Bericht“ über die Ausweitung der gnadenlosen Bombar­dierung des Süd-Libanons durch die israelische Luftwaffe, aktuell auch durch Bodentruppen: minutenlanger Beitrag , präsentiert mit Fotos und bewegten Bildern, ganze Stadtteile in Schutt und Asche gelegt, permanente, dicke Rauchschwaden über der Stadt, die totale Zerstörung, der Süden des Libanons so unbewohnbar wie der Mond, auf Jahre hinaus, überall weinende Kinder, schreiende Mütter und wütende, ohnmächtige Väter. Ungezählte Leichen, verschüttet unter hohen Schuttbergen, zerstörte Krankenhäuser und Schulen und zwischendurch immer wieder:
„Die Angaben der Israelis und der Hisbollah konnten durch uns nicht eigenständig überprüft werden.“
Und während der 5 Minuten NICHT EIN WORT zur Verantwortung der Hisbollah! NICHT EIN WORT dazu, dass die Terrormiliz kein Wohlfahrtsausschuss, sondern nur einer der militärischen Arme des Irans ist. Und NICHT EIN WORT ... Ach, was soll's ...

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*)
Man fragt sich angesichts der ZDF-Berichterstattung, welches braune Süppchen denn diesmal am Mainzer Leichenberg so geköchelt wer­den soll bzw. wer als nächstes dran glauben darf.
4.3.26
Die Sonntagsfrage 5 Tage vor dem 8. März in Baden-Württemberg
CDU-----28%
Grüne---27%
AfD-----18%
SPD-----7%
FDP-----6%
Linke---5,5%
Sonst.--8,5%
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P.s.:
Es ist ja nicht so, dass die Faschisten alle plötzlich vom Himmel gefallen sind.
3.3.26
Noch ’n Buchtipp…
„Wie konnte das geschehen – Deutschland zwischen 1933 und 1945“
von Götz Aly
Suhrkamp 2024
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Wem jedoch das gute Büchlein mit seinen 766 Seiten (und keine Seite ist zu viel!) ’ne Nummer zu dick vorkommt, kann ja die Straßen­seite wechseln, auf ‚you-tube‘ umschalten und dort aus der Interview-Reihe „jung&naiv“ sich die Gespräche raus suchen, die der Journalist Tilo Jung (u.a.) mit dem Historiker Götz Aly geführt hat.
Diese wohltuend unaufgeregten Gespräche erscheinen einem wie Gespräche aus längst vergangener Zeit, wo man vor lauter Respekt vorm Andern die eigenen Gegenargumente vergaß, es waren Ge­spräche und keine Wettrennen in Sachen ‚Erst mal alle Anderen totlabern‘, keine ‚Pointenschinderei‘ oder ‚Propaganda‘ durch die Hintertür. Hier schreit niemand nur aus Effekthascherei die Gäste voll, bis der Hals-, Nasen-und Ohrenarzt kommt. Hier gibt’s keine billigen Provokationen und keine Werbeschlachten von und für Politiker, die man ohnehin sowieso schon abgeschrieben hatte. Hier gibt’s auch keine guten Ratschläge, kein Kitschimea, kein „Wie-geil-ist-das-denn?“-Bauhaus und kein ‚Aldi‘, kein ‚Ikea‘, ‚Lidl‘,,Kik’ und ‚Netto‘ und weit und breit keinen Arzt, keine Ärztin und keine Apo­theke, in der man fragen kann. Werden hier echt nur Leute interviewt, die zum Thema was zu sagen haben? Ja, selbstverständlich, und du wirst lachen: Bei uns gibt’s nur eine Vorgabe: „Du kannst hier sagen, was du willst, du darfst nur nicht langweilen!“
Und man kann getrost davon ausgehen, gesetzt den Fall, Götz Aly wäre zum ersten Mal Gast bei Maischberger oder Miosga gewesen, das wär dann auch das letzte Mal gewesen.
That’s noch einigermaßen reality.
2.3.26
„Sie war sechzehn ...“
... und er 29, als er vor 8 Jahren als gutgläubiger CDU-Nachwuchs-Straßenfeger und voll des ganz normalen Testestestestesost­eron­überschuss eine Realschulklasse besuchte („80 Prozent Mädchen, im Schnitt 16 Jahre alt“) und in seinem Notizbuch ein Mädel beson­ders benotete:
„Sie hieß Eva, hatte braune Haare und rehbraune Augen“, und dass es „für einen jungen Politiker schlimmere Termine gäbe“ (als solche praxisnahen Schulbesuche.)
Für eine grüne Berliner Abgeordnete war damit aber die rote Linie zum Reich des Sex-Gangsters Epstein schon überschritten und postete die feine Geschichte hinaus in die weite, für so was immer dankbare Welt – aus Fürsorge und Sorge um die allgemeine Moral der Baden-Württemberger und ganz nebenbei, um der CDU auf den letzten Metern, 8 Tage vor der entscheidenden Landtagswahl 'nen ordentlichen Denkzettel zu verpassen. Denn der junge aufgeweckte CDU-Bürger von damals hörte auf den Namen Manuel Hagel und will in einer Woche den Superpopulisten Cem Özdemir überflügeln und Ministerpräsident werden.
Ob aus solch kleinkariertem Pippifax ein bundesweiter Shitstorm erwächst, lässt sich heutzutage an 2 Fingern hochrechnen und ist in jedem Fall beabsich­tigt einschließlich der nachgereichten Entschuldi­gungen, Erklärungen, Richtigstellungen und Beschwichtigungen, Be­schönigungen, Beteu­erungen, Beschwö­rungen u. derglei­chen mehr. Hauptsache, man ist mit seiner Fresse wieder in der Presse.
Und auch unser Manuel Hagel wollte bei dieser Exculpierungs­orgie nicht hinten anstehen und warf sich mönchsmä­ßig schuld­bewusst auf die Knie und pardonierte sich mit „mea culpa, mea maxima culpa“ für seine damaligen verliebten Zeilen und be­zeichnete sie kurzer­hand als „Mist“. Und fügte noch hinzu:
„Ich bereue das von ganzem Herzen.“
Sehense, und so haben die Bürger von Baden-Württemberg in acht Tagen endlich einen wirklich triftigen Grund, diesen Manuel Hagel nicht zu wählen. Denn wer sich als heute 38-jähriger erwachsener Mann unaufgefordert auf den Marktplatz stellt und öffentlich selbst be­schuldigt, stinknormale, jugendliche Liebeslyrik verbrochen zu haben,
so einer sollte ja wohl nicht auch noch Ministerpräsident werden.
(So weit zu den Problemen von Baden-Württemberg.)