Das Tagebuch

20.4.26
Kubicki, ick hör dir trapsen
Der ‚Merkur‘ gibt bekannt:
„Friedrich Merz und Katharina Reiche sind ein Herz und eine Seele“
Dabei haben beide weder das eine noch das andere.
19.4.26
Offener Brief an die lieben AfD’ler von interessierter Seite
„Hallihallo, ihr lieben ‚AfD’ler,
Verpißt euch!“
18.4.26
Armer Merz
RTL und ntv sind überzeugt:
"Der Iran-Krieg, die Wirtschaft und die Spritpreise ...die neueste Forsa-Umfrage … Krise, Krise, überall Krise… 80 Prozent sind
mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) unzufrieden.“
Und schaut man sich aktuelle Fotos von Merz seinem Gesicht an, mein Gott! Der ist ja nur noch Haut und Knochen! Noch mehr darf er aber nicht abnehmen. Hat er sich mit seiner Laberei vielleicht doch zieviel zugemutet? Diese Ränder unter den Augen!
Er sieht so angefressen aus. Hat er Depressionen? Ihm geht es bestimmt nicht gut. Er schaut ja so schlecht aus! Ich würd sagen: schlicht & ergreifend selber schuld.
17.4.26
Scham ist keine politische Kategorie
Eins muss man dem ehem. FDP-Strizzi Christian Lindner ja lassen: Probleme mit seiner eigenen Schamlosigkeit haben ihn nie gebeutelt. Noch im professionellen Abgang aus dem totgequatschten Berliner Polit­betrieb hat er bewiesen, dass man ihm auch mit Moral schon mal gar nicht kommen kann. Als „Stellvertretender Vorstandsvor­sitzender der Autoland AG“ mit der selbstgewählten Jobbeschreibung „Unterneh­mer, Vordenker und Bundesfinanzminister a.D., Experte für Wirt­schaft, Politik und Leadership“ (m.a.W. Godfather of Alleskönner) greift er aktuell der darben­den Automobilindustrie nicht groß ins Getriebe, weil: Er weiß, die Leute ham kein Geld mehr, und wo nix ist, is auch nix zu holen; auf gut Klartext: Er ist jetzt Gebraucht­wagenhändler.
Und irgendwie ist er sich dabei sogar treu geblieben. Dass dieses überholte, todgeweihte Wirtschaftssystem (Sprich "Kapitalismus") auf Gebrauchtwagen­verkäufer angewiesen ist, lässt sich nun mal nicht leugnen, macht aus einem Gebrauchtwagen­verkäufer aber auch noch lange keinen Unmenschen. Die Frage ist nur, ob sich die Autoland AG mit einem ‚Stellvertretenden Vorstands­vorsitzenden‘ Christian Lindner, einem mehrfach gescheiterten Neoliberalen und bekennenden Morallosen, unbedingt einen Gefallen getan hat. Einer wird es wissen. Lindner.
P.s.:
Ach, und noch was!
Hat Lindner sich in seinem Leben jemals ein Auto selbst gekauft oder verkauft? Muss man - zumindest wenn man Stellvertretender Vor­standsblablabla von Autoland werden will, nicht wenigstens jahrelang mit Playmobil--Ersatzteilen seine eigenen Spießgesellen übers Ohr gehauen haben? Solche Erfahrungen könnten doch immerhin nicht mehr schaden als Bundesfinanzminister gewesen zu sein? Oder?
16.4.26
Die Scham ist vorbei
Der ‚Spiegel‘ schreibt:
„Bundeswirtschaftsministerin K. Reiche bat Gaslobby um Argumente für Gaskraftwerke -
Das Wirtschaftsministerium hat beim EnBW-Konzern Vorschläge bestellt, die Batteriespeicher gegenüber Gaskraftwerken benachtei­ligen würden.“
15.4.26
Das passt ja wie die historische Faust aufs Auge
Der ‚stern‘ kommt uns mit der Sonntagsfrage und resümiert:
„AfD in Umfrage klar stärkste Kraft –
Union und SPD rutschen weiter ab“
14.4.26
„Im Tal des Todes“
‚Bild‘ berichtet wie immer und sprach als erster mit den Leichen:
„Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (50) warnt in der ARD-Talkshow ‚Maischberger‘ eindringlich vor einer sich zuspitzen­den Wirtschafts- und Energiekrise. Deutschland steckt mittendrin im ‚Tal des Todes’.“
Nun gut. Ich hab mal ein wenig gegenrecherchiert:
Das ‚Tal des Todes‘, auch ‚Death Valley‘ genannt, gehört zu den heißesten und unwirtlichsten Orten der Erde. Da hat’s auch einen Nationalpark. Der Death-Valley-Nationalpark liegt in der Mojave-Wüste und ist der trockenste Nationalpark in den USA. Er liegt südöstlich der Sierra Nevada, zum größten Teil auf dem Gebiet Kaliforniens."
Da gibt’s nur verschieden große Kakteen und so ver­trocknete Grasbüschel, die der Wüstenwind manchmal durch die menschenleere Gegend bläst.... Man kann getrost davon ausgehen, dass unser sächsischer Sportsfreund noch nie auch nur eine Sekun­de lang im Tal des Todes zugebracht hat. Genauso wie Karl May. Aber der wusste wenigstens, wovon er fabulierte. *)
(Okay, gut, ich habe auch schon mal Sachsen als Tal des Todes bezeichnet. Hat sich bestimmt der eine oder andere Sachse drüber aufgeregt. Insofern hat sich's ja gelohnt. Egal.)
Was ich eigentlich sagen wollte, war:
Bei dem Kretschmer muss man immer höllisch genau hinhören und - Nicht vergessen! - Bei Kretschmer immer faktengegenchecken.

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*)
Übrigens - und das wollt' ich hier immer schon mal los werden:
„Karl May alias Old Shatterhand alias Kara Ben Nemsi war ein deutscher Schriftsteller und einer der produktivsten Autoren von Abenteuerromanen. Er ist einer der meistgelesenen Schriftsteller deutscher Sprache. Die weltweite Auflage seiner Werke wird auf 200 Millionen geschätzt, davon 100 Millionen in Deutschland.“ (aus Wikipedia)
Über Karl Mays "Reiseerzählungen" ist in erster Linie bekannt, dass er sich „das alles nur ausgedacht“ hat. Der ist sein Lebtag auch quasi nie aus Sachsen raus ge­kommen, ähnlich dem Königsberger Klopps Immanuel Kant. Was, wie man sehen wird, auch nicht immer unbe­dingt von Nachteil sein muss.
Des Weiteren ist bekannt, dass er bis zum glorreichen Abgang in die Ewigen Jagd- und Anschleichgründe, bis zum letzten Atemzug seinem unüberschaubaren Fanpublikum weiß machen wollte, alle seine, auch die extrem hane­büchenen Ge­schichten, genauso wie beschrieben selbst erlebt zu haben.
Dass Karl May aber trotz seines felsenfesten Christen­tums ein lebenslanger, gnadenloser Antirassist war und keine noch so brachiale Aus­einandersetzung trotz Morddrohungen durch die Inquisition mit seinen christlichen Brüdern gescheut hat, dass er als militanter Humanist und un­korrumpierbarer Menschenfreund, als Leuchtturm der Aufklärung und Verteidiger drangsalierter Minderheiten auf seinem schwarzen, edlen Rappen Hatatitla quer durch den Wilden Westen und den Nahen Osten ritt, um der Menschheit die "Wahrheit" und sein allerneuestes Testament zu bringen, ist wohl bei seinen Lesern irgendwie ver­schütt gegangen. Oder waren bei denen traditionell von absolut geringem Interesse. Oder sie hatten die entsprechenden Stellen routiniert überschlagen wie die ellenlangen, nervtötenden Landschaftsbeschreibungen. Von den mit purem Kitsch vollgestopften Kapiteln mal ganz abgesehen. Dass in Sachsen – und nicht nur da - in der Tat die seiten­langen Predigten und, alle Achtung! hoch­modernen (!) Dialoge zum Thema Rassismus, Migration und Men­schen­verachtung null fruchtbaren Boden fanden, lässt einen nur noch ...
frösteln und erschauern.
(Entschuldigen Sie bitte, an dieser Stelle meinen Ausbruch an dickem, übertriebenen Pathos.)
Mehr lässt sich dazu nicht mehr sagen.
Howgh, ich habe gesprochen.
mit unfreundlichen Grüßen
ein Kölner Mescalero
13.4.26
Gut gebrüllt, Löwe!
Das us-amerikanische sog. Oberhaupt der katholischen Kirche hatte den amerikanischen Präsidenten nur dran erinnern wollen, einmal ein wenig mehr für den Frieden einzutreten, statt überall, Tag und Nacht und an jeder Straßenecke nen neuen Krieg anzuzetteln. Ob solcher unverfrorener Frechheit ließ der US-Präsident daraufhin von sich ein Bild malen, ganz im Stile weltberühmter ‚Kitsch-as-Kitsch-can‘-Künst­ler aus Hinterwalde, wie er höchstpersönlich als der Heilland durch Handaufle­gen einen bettlägrigen Kranken heilt, und zeigte Leo XIV. so nebenbei, wer der wirkliche Stellvertreter Gottes auf Erden und Chef im Vatikan sei. „Der Vatikan, der gehört mir ja sowieso genauso wie dies Grönland. Und auf die höhnische Frage von Josef Stalin seinerzeit „Wieviel Divisionen denn der Papst hätte“ brauchte der oberste Pri­mitivling Amerikas denn auch gar nicht groß zurück­greifen, zumal er Stalin ja auch nicht kannte.
Seit Leo XIV. während Trumps „Regierungszeit“ feststellen durfte, was der mächtigste Mann der Welt in Wahrheit für 'ne hohle Nuss is, hat er auch die Hoffnung fahren lassen, ihm wenigstens das Neue Testament schmackhaft machen zu können. Doch selbst den durch­genudelsten Satz aus der Bergpredigt „Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Kinder Gottes heißen", selbst den hatte er noch nie im Leben gehört. Aber selbst wenn: würde er den für sich nicht gelten lassen. Denn wie sollte er ein Kind Gottes sein, und gleichzeitig noch der Vater von dem Blag ...
12.4.26
Es gibt Sachen, die tut man einfach nicht
Man wirft keine Gullideckel von Brücken runter auf die Straße.
Zum Beispiel.
Man entsorgt seinen Müll nicht in Nachbars Garten.
Man rast auch nicht mit 120 Sachen durch die Fußgängerzone.
Man quält keine Tiere.
Man jagt keine Ausländer.
Man schlägt keine Frauen
und keine kleinen Kinder.
Und vor allem: man verbrennt keine Bücher.
***
Auch wenn einem ein Buch nicht gefällt, schmeißt man es nicht in die Tonne. Wenn man sich für den amtierenden allwissenden Literatur­papst hält und nicht den essentiellen Unterschied kennt zwischen der Redensart „ein Buch inne Tonne kloppen“ und ein Buch in die Tonne zu kloppen, und wenn so einer zudem keine Ahnung von Bob Dylan hat, was grundsätzlich ja verzeihlich wäre, dann sollte er bald mal in sich gehen und für den Sondermüll in seiner Hinterstube ein tot­sicheres Endla­ger suchen, das auch dicht ist, und falls das nix nützt, sich selber in die Tonne kloppen.
***
Deshalb an dieser Stelle zum wiederholten Male ein großes Danke­schön an Elke Heidenreich, die jetzt auch wohl keine Heilige ist. Auf die man sich aber bisher immer verlassen konnte. So fiel ich weiss.