Das Tagebuch

21.12.25
Da kommt doch Freude auf!
Es ist zwar nichts von Bedeutung, doch wenn es eine gute Nachricht geschafft hat, in die diversen Kanäle des Infotainments zu gelangen, dann sollte sie da auch landen können. Zum Beispiel in ‚Welt.de‘ oder in den ARD-Tagesthemen‘:
„Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz hat ", "laut Welt.de" gelassen auf die Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer zur neuen Vorsitzen­den der parteinahen Konrad-Adenauer-Stiftung reagiert. „Wir leben in einer Demokratie und nicht in einer Diktatur“, sagte Merz in einem Inter­view der ARD-‘Tagesthemen’.“
Wenn Licht, egal ob Scheinwerferlicht oder ein seltener Sonnenstrahl oder so­gar eine lupenreine, extrem künstliche Erscheinung von Sowas wie Intelligentia den Merz erhellt, wirft er, verschwommen zwar, doch immer klar erkennbar nen Schatten in Form einer Raute. Er wird die Merkel hahaha einfach nicht mehr los. Okay, die muss er ja jetzt aber auch nicht mehr jeden Tag sehen.
Aber ab heute die KKKramp-Karrenbauer! Was muss der Merz die Merkel hassen?! Und die KKKramp-Karrenbauer! Und was muss das für ein Leben sein, immer auf Hab-Acht zu sein, ob gleich das saar­ländische Funkenmariechen umme Ecke gehoppst kommt: Flucht­phantasien, Alpträume Tag und Nacht, Mobbing, Hallus, Scheisse­stürme, Goodbye Deutschland? Hilfe, ich bin der Merz, holt mich hier raus! Einsamkeit, Allohol, Depressionen, anonyme Apo­theker, Angst und Hass im Dschungelcamp - und alles nur die pure Para­noia? Es gibt auch Paranoiker, die tatsächlich verfolgt werden ... Kerl ...
(So, das war jetzt mal 'ne Nummer nach unserm emphatischen Volkstheatergeschmacks - Motto „Ganz nah bei de Leut!“
Wie fanden Se die? Schön is anders, ne?)
20.12.25
„Internationaler Tag der menschlichen Solidarität“
Von der UNO eingeführt.
Es wär' übrigens ganz schön, werte UNO, wenn der nicht nur für die Palästinenser gelten würde ...
19.12.25
Rauche, staune, gute Laune
Der gefährliche Einstiegssong
Wenn ich ein wenig fröhlicher wär´...
Wenn ich ein wenig fröhlicher wär´
Und hätte Mut ein wenig mehr
Auf einer Wiese würd´ ich liegen
Und Seifenblasen in den Himmel schieben
Da da dadam...

Ich würd´ auf alle Schulden scheißen.
Wechselschecks und ähnliches zerreißen und
Einen Teufel mich darum scheren
Was die verfluchten Folgen wären
Da da dam...

Ich würd´ alles was ich hab verkaufen
Dann fressen, kiffen, ficken, saufen.
Den Bürger der da motzt erschlagen
Und den Sprung ins ewige Feuer wagen
Da da da damdararadammm dada...
(Witthüser und Westrupp)
18.12.25
‚Kölner Stadtanzeiger‘, 1. Seite oben Mitte
„Sechs Buchtipps für alle, die noch Weihnachtsgeschenke suchen“
Überschrift:
„WAS KÖLNER PROMIS LESEN ...“
… interessiert mich einen Scheissdreck.
17.12.25
Uff, uff, uff!
Nach nochmaliger Lektüre
von Karl Mays „Old Surehand I und II“
Die nervtötenden, immergleichen, ausufernden Landschaftsbe­schreibungen, die man aber nach einiger Zeit mit etwas Leseroutine, ohne groß was zu verpassen, getrost überschlagen kann, und die groteske, absolut grenzenlose, phantastische Selbstvergottung des Autors lassen einen zwar schier verzweifeln und das unstillbare Bedürfnis wachsen, das Buch endgültig aus’m Fenster zu feuern, und trotzdem – aus welchem Grunde auch immer – bleibt man gebannt dran und kloppt es nicht in die Tonne, auch wenn im Regal kein Platz mehr ist für bessere Bücher.
Und das ist auch gut so. Denn pi x Daumen 60 Jahre nach der Erst­lektüre lernt man als Erwachsener aus diesen ehemaligen Jugendbü­chern, wie hartnäckig und ‚heillos‘ der Zwang für so einen wie Karl May gewesen war, seine Homosexualität literarisch zu verbrähmen. 1894. Zumindest die Betroffenen werden das beim Lesen wohl immer gespürt haben.
Was die begeisterte Leserschaft aber scheint’s nie mitgekriegt hat,
ist die Verteidigung eines visionären, utopischen Christentums, das ausdrücklich mit der Realität nichts, aber auch gar nichts zu tun hatte, und in dem nebenbei der übliche Antisemitismus keinen Platz hatte.
Ebenso der kämpferische, radikal-unbeirrbare Antirassismus, der sich durch beide Bücher durchzieht und nicht nur auf das Verhältnis zu den Indianern bezog. *) Dass ein durch und durch antirassisti­scher Karl May dann zum meistverkauften und meistgelesenen Bestseller­autoren wurde, wundert einen dann doch, zumal man diese wesentlichen Passagen, ohne den roten Faden zu verlieren, nicht überlesen kann - wie diese elenden Landschaftsbeschreibungen.
Da nützt es auch nichts zu wissen, dass Adolf Hitler ein glühender Verehrer von Karl May gewesen sein soll.
Da machste nix;
da kannste nur
gucken zu.
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*)
Natürlich war Karl May alias Old Shatterhand alias Kara Ben Nemsi ein Kind seiner rassistischen Zeit, die mit ihren Auswüchsen bis heute noch blüht und gedeiht. Aber kaum sprach irgendein Weißer von „Niggern“, holte May seinen ‚Henrystutzen‘ raus und verlangte mit der Waffe im Anschlag auf der Stelle eine Sprachänderung. Selbst die sympathischen Apatschen, denen bekanntermaßen ver­boten war zu klatschen, staunten über diesen alten weißen Mann regelmäßig Bauklötze.
"Wenn ich mich nicht irre, hihihi"
16.12.25
Beim sinn- und hilflosen Schauen der ‚tagesschau‘
Neulich fragte mich jemand, was ich gedächte zu tun, wenn sich hier rein gar nichts ändern würde. Ich drehte mich um, um zu wissen, wer das von mir wissen wollte, und antwortete, ich hätte das dumpfe Gefühl, „dass ich meinen nächsten Irrtum vorbereite.“ (B. Brecht)
15.12.25
Meise, Macke, Mimikri?
Es geschah am helllichten Tage. Der AfD-Abgeordnete Matthias Moosdorf begrüßte laut Zeugenaussage einen Parteikollegen im Bundestag mit dem Deutschen Gruß, dem Hitlergruß. Die ‚taz‘ schrieb daraufhin empört:
„Anklage wegen Hitlergruß -
Unglaublicher Verdacht: Ist der Rechtsextreme ein Nazi?‘“
Hallo ‚taz‘!
Sind bei euch jetzt alle Sicherungen durchgeknallt!
Oder habt ihr bloß den alten 'Pardon'-Witz geklaut:
Neue Erkenntnisse um Frage in Historikerkommission: War Hitler gar kein Antisemit?
14.12.25
Heute ist „Internationaler Weltaffentag“
Klingt irgendwie ’n bisschen seltsam, irgendwie nach ’ner unter­gründigen, halblegalen, clandestinen UN-Comedytruppe oder so.
Den gibt es aber wirklich. Ja, sicher. Nein, nein! Das ist kein andrer Name für die G7 oder G20, 21, 22, 23 oder 26, auch nicht für Nato oder Nasa, China, Russland, Afrika, Europa oder Amerika. Ja, nee, nee, da kommen Sie nicht drauf. Soll ich’s Ihnen verraten? Es ist tatsäch­lich der internationale Feier- und Gedenktag der
"Affen, Halbaffen, Menschenaffen und allen anderen Primaten".
Sehen se, lagen se doch nich so ganz falsch.
12.12.25
Besser spät als zu spät
Laut Meinungsinstitut Insa ist Thüringens Regierungskoalition aus CDU, BSW und SPD ein Jahr nach ihrem Amtsantritt weit von einer Mehrheit entfernt. Die AfD mit ihrem Führer Adolf Höcke kommt mit 39 Prozent auf einen neuen Rekordwert.
Vor einiger Zeit, wertes Volk von Thüringen, hatte ich hier dafür plädiert, für einen symbolischen Euro Bayern und Sachsen nach Österreich abzuschieben. Es tut mir leid, pardon, ich hatte euch doch glatt vergessen.