Das Tagebuch

9.4.24
Und das hier nur zur Erinnerung
Sie glauben, also die Politiker, Experten und Symphatisanten, wenn sie zu „Caren Miosga“ gehen, Caren Miosga würde nicht erkennen, wann sie, wie sie, wo und warum sie berufsbedingt manchmal lügen müssten. Sie glau­ben es, und wissen's nicht. Is auch egal. Der Sinn von „Caren Miosga“ ist jedenfalls weder die Propaganda für den End­sieg des röm.-katholischen Aberglaubens noch der legendäre öffent­liche Aufklärungsauftrag über das korrekte Leben oder sonstwas, Bei „Caren Miosga“ steht im Gegenteil das Vergessen im Vordergrund.
Das vorweg.
Noch unberücksichtigt in dieser Wahrscheinlichkeitsrechnung um „Caren Miosga“ rum ist das, was es mit dem sog. Publikum „macht“. Mit dem Vergessen unmittelbar zusammen hängt da das altbekannte Zementieren - oder wie man heute so sagt - Verstetigen der herrsch­enden Verhältnisse. Ich weiß, Sie können das alles nicht mehr hören, is' aber trotzdem richtig. Beziehungsweise falsch, also die Machtver­hältnisse. Die „Miosga“-Gucker sehen nur 'ne semipolitische Schein­welt, die Gagawelt von „Caren Miosga“. Und aller anderen Miosgas auch.
Und so blieb wieder wahr, was unlängst prophezeit ward, was der Prophet noch vor gar nicht so langer Zeit quasi für alle Zeiten antizi­piert hatte und was seit dem denn auch praktisch schon fast zu Tode zitiert und geritten worden ist:
„Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“
Bitte sehr.

P.s.:
Und wenn Christian Lindner vonne Äffffeddddpeeeeh - und darauf wollt’ ich eigentlich hinaus - Caren Miosga erzählt „Ich spüre jeden Tag die Grenzen, an die wir stoßen“, dann hatter zwar weder gelogen noch die Wahrheit gesagt, aber mit dem Aussprechen seines Gefühls viererlei geschafft: Was ihn betrifft, lag er richtig, für Caren Miosga auch, und für „Caren Miosga“ ebenso, wie für mich ja sowieso. (Kein Wunder: Von mir war ja auch der Text.) Mit andern Worten heißt das: Ich wage die zutiefst deprimierende Prognose
Freie Fahrt für DEN Populisten der Zukunft! It's the economy, stupid. Mit Volldampf voraus! Und dem lieben, neoliberalen Lobbyisten und Lügenbaron Lindner und seiner ÄfffffddddddPeeeh! Yuppie-ei-hoooh, yippie-ei-heeehe!!
(Ismirschlecht)
q.e.d.
8.4.24
Im Übrigen, das hat er auch noch gesagt.
Bei irgend so nem Fototermin wegen irgendwas
„Was wir jetzt brauchen, ist ein Aufstand der Anständigen, wegschauen ist nicht mehr erlaubt."
Ach, und vorher war es das?
7.4.24
Bastaman vibrations
Er käme aus „ärmlichen Verhältnissen“ und hätte „jahrelang Fens­terkitt fressen müssen,“ jawohl, meine lieben Zuschauer, Fensterkitt fressen müssen, und meinte damit wohl, daraus jetzt den legitimen Anspruch ableiten zu können, in Zukunft auch mal ex­quisitere Spei­sen zu sich nehmen zu dürfen, erzählte er später gerne den wiss­begierigen Journalisten, als er noch die Macht hatte, einem nicht unwesentlichen Teil seiner Untertanen das „Hartzen“ als den Letzten Schrei unterzujubeln. Es mussten dann aber noch etliche Jahre ins Land gehen, bis er – schon lang nicht mehr King of Schla­raf­fenland – bei seinem ehemaligen Volke völlig unten durch war. Das schaffte er, der kurz- und kleingewachsene „Ex-Auto-Mann, Genosse der Bosse“ und Erfinder lupen­reiner Demokraten mit Hilfe seiner Männer­freund­schaft zu dem ebenso kurz wie kleinge­ratenen, lupen­reinen ideellen Kreml-Gesamt-Kriminellen Wladimir!
Putinowitsch, hol mir mal ne Flasche Bier!
Jetzt ist dieser komische Kanzler-Clown also 80 geworden.
Und wir sagen Glückwunsch! Ja, denn jeder soll hier sagen können, was er will, und so lange leben, wie er will, und befreun­det sein, mit wem er will. Aber eine Freund­schaft zwischen zwei Menschen bzw. zwischen einem sozialdemo­kratischen deutschen Bundeskanzler aD. und einem der mächtigsten Auftraggeber für Mord und Totschlag weltweit… also, komisch is scho. Oder?
Oder sind das nur die neuen Werte der modernen europäischen Sozialdemokratie?
29.3.24
Karfreitag
Gott ist tot.
Und ich bin dann auch mal weg. Für ne Woche. Hoffentlich passiert nich noch n Drama.
Bis dahin
28.3.24
Worte, mit denen sich große, bedeutende Männer
einmal unsterblich blamiert haben
Gut, er war nicht gerade groß und bedeutend, aber dafür ziemlich schief gewickelt. Genauso wie seine berühmte Prognose:
„Denn eines ist sicher: die Rente.“
Ähnlich schwer daneben lagen die Stadtplaner von New York, als sie 1850 weissagten, falls die Entwicklung mit den Pferdekutschen so weiterginge, die Stadt im Jahre 1910 in meterhohem Pferdemist ersticken würde. Auch hier kam es, wie wir heute wissen, erstens anders als zweitens.
Umgekehrt proportional zur Wahrheit, und deswegen auch umso allgemeingefährlicher verhielt es sich mit dem Satz:
„Niemand hat die Absicht ...“
Die Zuschreibung „groß und bedeutend“ für den letzten nun folgen­den Vogel erscheint zwar auch nicht ganz angebracht, die Blamage und seine Selbstdemontage aber werden bleiben:
„Ich habe einmal während der Schulzeit mal einen Zug dran getan. Es war furchtbar.“ (Friedrich Merz über seine Grenzerfahrung mit dem furchtbaren Cannabis-Missbrauch.)
27.3.24
Selbstverständlich
„Selbstverständlich darf man in diesem Land auch den Kanzler be­schimpfen,“ so Olaf Scholz wortwörtlich bei einer Bürgerbefragung im NDR. „Das ist doch selbstverständlich!“ Und fügte noch hinzu: „Nützt aber nix.“
Nee, das hat er nicht gesagt. Aber gedacht hatter das. Habich genau gesehen.
26.3.24
Der Baerbock im Garten Eden
Nur wer glaubt, dass unser flottes Aussenministermädchen Annalena mit ihrem nunmehr 7. Ausflug in die unendliche Nahost-Geschichte mit ihrer vielgelobten „Aussenminister-untypischen emotionalen He­rangehensweise“ den Stein finden wird, unter dem ja irgend so ein Weiser versteckt sein soll, einen Stein, der noch nicht 100.000 mal bei der Suche nach diesem Neunmalklugen Weisen umgedreht worden ist,
nur: wer das glaubt, der wird auch nicht begreifen, warum Deutsch­land für Israel wohl eher das allerletzte Land ist, von dem ein jüdi­scher Staat substantielle Hilfe (und nicht nur aus Staatsraison) und ei­ne einigermaßen ehrliche Zweistaaten-Beziehung erwarten kann.
Und sich schon mal gar nicht - Zeitenwende hin, Zeitenwende her - irgendwelche Aufforderungen zu wie auch immer definiertem „stärkerem humanitären Handeln“ anhören will.
25.3.24
Und hier hätte ich zweierlei anzubieten
Erstens: Den 25. März 1634, den sog. „Maryland-Day“ in den USA – das war der Tag der Ankunft der ersten Siedler auf indianischem Boden.
Und zweitens: „Internationaler Tag der Verkündigung“ –
Der Verkündigung von was?
Na, der Verkündigung des Herrn halt. Annuntiatio Domini. Hin und wieder auch „Annuntiatione Beatæ Mariæ Virginis“ genannt (Die Kirche nimmt’s da nich so genau.)
Is auch egal. Das ist jedenfalls ein wesentliches Fest im Kirchenjahr, weil genau an dem Tag der Erzengel Gabriel der Jungfrau Maria hoch­amtlich bescheinigt hat, vom Heiligen Geist den Sohn Gottes empfangen zu haben und demnächst gebären werde.
Also 1. Die Landung der ersten Spinner aus Europa bei Winnetou und Nscho-tschi und 2. die Klapperstorch-Botschaft vom ollen Lucas aus dem Neuen Testament.
Da kann man nix sagen. Das passt doch gut zusammen.
24.3.24
Pardon!
Mir ging heute den ganzen Tag ein ururalter Witz aus der ururalten „Pardon“ nicht aus dem Kopf, und der ging ungefähr so:
Unterhalten sich zwei Typen auf ner Parkbank miteinander, sagt der eine:
„Wir haben uns jetzt die ganze Zeit über Astronomie und Astrologie unterhalten, über Biologie, Bewusstsein und bizarre Erscheinungen, über Chemnitz, Dortmund und Elefanten in der Serengeti, über Fi­mosen, Guayana und die Holzwirtschaft in Italien, über die Posaunen von Jericho, die Kellerkinder, Lampenschirme, Meisterleistungen, Na­senbären und Opossums, Quadrat-Ichendorf, Ratlosigkeit, Sexual­signifikanz und Testamentarische Angelegenheiten, Urbarkeit, VW und was es alles gibt. Lass uns doch mal über was anderes reden.“