Das Tagebuch

6.4.16
Oh, wie schön ist Panama!
Als der kleine Tiger und der kleine Bär nach Panama reisten …
Nee, anders:
Panama-Papers, Mossack Fonseca, Offshore-Firmen, abertausende Briefkästen, allein 28 deutsche relevante Banken, Kapitalverbrecher, Super­schurken, Weltganoven, Steueroasen, Geldwaschanlagen und Menschen- & Staatsbescheißerung im ganz großen Stil et cetera PP - alles unter einem Dach. Neu is' zwar nix, das wirklich Interessante dabei ist nur, dass so was völlig normal, skrupellos und schwerlegal offen über die Bühne marschiert.
Und wir Linksridikülen, ha, ha, hatten damals in den 80ern, als wir bei allen möglichen Gelegenheiten „Legal-illegal-scheißegal“ riefen, gedacht, wir wären revolutionär und würden damit dem Schweine­system zu­mindest bisschen ans Bein pinkeln, wenn nicht gar beim Einstürzen be­hilflich sein, ha, ha, ha!
Werch ein Illtum!

Ps.:
Äh, laut dpa hört der Gründer der Anwaltskanzlei Mossack Fonse­ca notabene auf den Namen Jürgen, Jürgen Mossack. Im Jahre 1948 geboren, in Bayern aufgewachsen, studierte der Jürgen in Panama später dann Jura, von Haus aus uncharmanter, heilloser Choleriker, (Na, da is ja so einiges z'samm'gekommen!) ist er heute ein weltweit anerkannter Experte für Briefkastenfirmen und berät als Anwalt so jeden Teufel der Erde, der sich's leisten kann.
Ach, übrigens: Vater Mossack war Mitglied der Waffen-SS.
Da kann natürlich der Jürgen jetzt nix für. Aber von nix kommt eben auch nix.
5.4.16
Probleme mit der "Lügenpresse"
Mir scheint, das Problem mit der sog. "Lügenpresse" ist nicht so sehr, dass sie schon mal lügt wie gedruckt - na, wer tut das nicht? -, sondern dass sie im Gegenteil viel zu oft die schreckliche Wahrheit schreibt, wie heute zum Beispiel 'Die Welt':

„Wer hat 'Olaf den Flipper' bestohlen?“
So heißt die Überschrift. Und dann geht's auch schon los:
„Die Scheibe des Tourbusses des Kult-Schlagersängers wurde ein­geschlagen. Nun fehlen einige wichtige Utensilien. Auch die Auto­grammkarten sind nicht mehr da.“
Eine seriöse Zeitung hätte spätestens an dieser Stelle den Bericht beendet. Aber nein, wir haben ja Pressefreiheit!
„Autoknacker haben nach Informationen der Bild-Zeitung in Leipzig die Scheibe des Tourbusses eingeschlagen und 100 Autogramm­karten von Flippers-Sänger Olaf Malolepski (70) mitgehen lassen. Der Schlagerstar ("Die rote Sonne von Barbados") vermisst dem Bericht zufolge auch ein blaues Glitzersakko und rote Lack­schuhe. 'Ich hatte mir gerade neue italienische Designerschuhe gekauft ... Alles weg', sagte der Musiker der Zeitung. Die Polizei fahnde nach den Tätern.“
Und da können wir - das weiß man ja - auf Ergebnisse lange warten! Aber es kommt noch schlimmer:
„Bunte Glitzersakkos und seine Delfinkette sind das Markenzeichen von Olaf Maloloepski, der mit der Schlager-Kultband berühmt wurde. Inzwischen tritt er solo als 'Olaf der Flipper' auf. Er blickt auf eine umfangreiche Karriere zurück: 40 Millionen verkaufte Platte, Chart-Erfolge über 46 Jahre, 64 Mal Gold und Platin.“
Und dann wird's richtig widerlich:
„Der 70-Jährige hat dem Blatt erst vor kurzem berichtet, wie beliebt er noch immer bei seinen, vorwiegend weiblichen, Fans ist. Noch immer würden diese ihm Verhüterli auf die Bühne werfen, erklärte er. Dabei ist Malolepski bereits seit mehr als 45 Jahren mit seiner Frau Sonja verheiratet.“
Is' doch schlimm, oder?
4.4.16
Turnikuti, turnikuta -
die FDP is wieder da!
Der lustige FDP-Chef Christian Lindner wortwörtlich:
„Liberalismus und Populismus schließen sich aus."
Die „Liberalen“ wollen sich ja auch demnächst umbenennen.
In die „Lustigen“.

* * * * * * = = = * * * * = = = * * ~ + ~ * * = = = * * * * = = = * * * * * *

DEUTSCHE WILLKOMMENSKULTUR, FOLGE SOWIESO

Unser Innenministèr, der Thomas de Maizière, ein toller Hecht, kein Knuddelbär, ein Humanitär, ein Singulär, ne ehrliche Haut aus Pappe & Teer. Und de Maizière is nicht so sehr der Mann von gestern, eher mehr der Reaktionär von morgen. Der alte, ausgebuffte Visionär ver­tritt nämlich die am wei­testen fortge­schrittene Position der deut­schen Willkommenskultur. Er sieht das Flüchtlingsabkommen mit dem türki­schen Leberwurstsultan Erdogan als Mo­dell für alle weiteren Abkom­men der deutschen Abkommens­kultur - auch und gerade mit nord­afrikani­schen Ländern. Jetzt wo der Balkan fugendicht ist, sagte er mit Blick auf die unweigerlichen Ausweichrouten übers Mittel­meer dem 'Tages­spiegel am Sonntag' voraus:
„Sollten wieder mehr Menschen über diese Route kommen, werden wir ähnliche Lösungen wie mit der Türkei suchen und darüber dann auch Verhandlungen mit den Ländern im Norden Afrikas aufnehmen müssen. Denkbar wären beispielsweise Aufnahmezentren in Nord­afrika für Flüchtlinge, die aus Italien zurückgeführt werden, und im Gegenzug eine humanitäre Aufnahme aus dem betreffenden nord­afrikanischen Land.“
Ja, aber ja, so is er, unser lieber Innenministèr Thomy de Maizière, unser großer deutscher Flüchtlingsrettèr, singulär, legendär, huma­nitär, mit einem Wort: extraordinär.
Welch' ein Graus, wenn jeder auf der Welt so wär'!
Wie Deutschlands Innenministèr, der feine Herr,
der Thomas de Maizière!
(Siehe auch: 26.1.'16)
3.4.16
Internationaler Weltkissenschlachttag
Dpa hat ja auch sonst nix zu tun:
„Strahlend blauer Himmel und viel Sonnenschein. Der perfekte Tag für eine öffentliche Kissenschlacht. Etwa 100 Flashmobber haben sich am Samstag ab 15.00 Uhr am Brandenburger Tor in Berlin ge­troffen, um den weltweiten "Pillow Fight Day" zu feiern. Über Face­book wurde dazu aufgerufen. Laut Polizei war diese Aktion nicht genehmigt.“
Pardon, aber geht noch weiter:
„Der 'World Pillow Fight Day' wird seit 2008 am ersten Samstag im April begangen und ist Teil des sogenannten "Urban Playground Movements". Öffentliche Orte werden dabei erobert und für Veran­staltungen genutzt, um daran zu erinnern, dass Menschen soziale Wesen sind. Damit soll auch ein Zeichen gegen nicht soziales Kon­sumverhalten gesetzt werden, wie zum Beispiel dem vielen Fernse­hen. Jedes Jahr nehmen tausende Menschen in mehr als hundert Städten teil.“
Kannste dir nicht ausdenken!
Aber immerhin wohl effektiver als die ganze Margot Käsmann.
2.4.16
Der BND wird 60!
Glückwunsch!
Wir hatten bisher viel Spaß mit dir.
1.4.16
Hallo, unkaputtbare FDP!!
Laut dpa sollt ihr ja jetzt schon wieder bei 10 Prozent liegen!
Als ich das las, bin ich erschrocken aufgeschreckt und hab gerufen „Das kann doch nicht sein! Das kann doch nicht sein! Das kann doch nicht sein!“ und noch ein Mal „Das kann doch wohl nicht wahr sein!“
Und dann, ja, dann erst guckte ich aufs Datum ...
31.3.16
Kinders, wie die Zeit vergeht!
Das erste Viertel von 2016 hammer hinter uns, und mir war es manches Mal ein wenig zu flotti:
„Niemand nahm die Tagebücher des Franziskanermönchs zur Kenntnis; sie wurden erst 1956 in einer Bibliothek in Palma de Mallorca wiederentdeckt. Weitere 100 Jahre vergingen, bis die Außenwelt Notiz von den archäologischen Schätzen nahm.“ (Süddeutsche Zeitung, zit. v. Spiegel)
30.3.16
Was treibt eigentlich …
Wolfgang Bosbach so,
unser alter Tunichgut und unkaputtbar' Haudegen?
Eins vorweg: Es ist - so vermute ich jedenfalls - an der Zeit, hier mal ein paar klärende Worte über unsern Sportsfreund Bosbach zu ver­lieren. Von Danny Dziuk, dem sehr sensiblen Berliner Songpoeten (aktuelle CD „Wer auch immer, was auch immer, wo auch immer“, siehe auch, wie immer: die links) und aufmerksamen Konsumenten meines Tage­buchs, stammen unter anderem die Sätze:
„Sag ma', wat soll das bei dir eigentlich immer mit diesem Bosbach? Dauernd dieser Bosbach! Diese Nulpe spielt doch überhaupt keine Rolle! Der ist doch vollkommen unwichtig. Der nervt, geht einem auf die Eier und sitzt mit seinem Anzug in jeder 2. Talkshow rum. Dasis alles. Wat soll der da auch noch in deinem Tagebuch, der Bosbach, dieser ...“
Inzwischen war ich etwas kleinlaut geworden. Im Prinzip hatte er ja Recht. Bosbach ist ja auch völlig unwichtig, geht aufe Eier und sitzt in jeder 2. Talkshow rum. Mit seinem Anzug. Und spielt wahrscheinlich auch keine Rolle. Der is eben so. Ob der allerdings eine Nulpe ist, kann ich jetzt gar nicht sagen. Egal. Auf jeden Fall ist der mir als ex­trem populäre populistische Knallcharge mit der Zeit bißl ans Herz gewachsen. Schließlich wurde er, seit er hier am 9. 3. 2013 zum 1. Mal Erwähnung fand, von mir bis heute weitere 53 Male verbraten. Tja, so sieht's aus.
Apropos!
Ich hab grad in seinen Terminkalender geschaut. Heut' hat er noch Osterferien. Aber ab morgen, da geht se wieder rund, die Provinz-CDU-Kleinkram-Knochenmühle! Und morgen isser in Overath, um 10.30 Uhr, da hält er eine Grußwortrede beim Festakt „25 Jahre Senioren-Union Overath", im Bürgerhaus Overath, Hauptstr. 25 in 51491 Overath. Kann jeder kommen, der kann. Und wer noch nie in Overath war … ich kenne Overath persönlich jetzt nicht - aber Ove­rath is wahrscheinlich wie Berlin – immer eine Reise wert.
29.3.16
Das Lied vom Ende der Flüchtlingskrise
„Das Fazit des EU-Türkei-Gipfels ist, dass Europa es schaffen wird, auch diese schwierige Bewährungsprobe zu bestehen.“
(Merkel)
„Wir müssen Österreich und Europa zu einer Festung ausbauen.“ (Mikl-Leitner, Innenministerin)
Und jetzt alle:
„Wir schaffen das!“