Das Tagebuch

5.4.17
Heimatkunde -
heute: Asse (Bergrücken bei Wolfenbüttel)
Das BfS, das Bundesamt für Strahlenschutz, ist seit 2009 für das unterirdische, stillgelegte, provisorische Endlager Asse zuständig,
in dem seit Jahrzehnten die 125.787 relativ wahllos hingekippten Tonnen mit Atommüll und hochgiftigen Chemieabfall lustig vor sich hin rosten. Und zuständig heißt hier: beauftragt mit der sog. „Rück­holung“ von dem ganzen Zeugs. Und keiner weiß wie, wann und wohin damit. Seit 1988 läuft obendrein Wasser in das Bergwerk, täglich rund 12.500 Liter usw. usw. Das Bundesamt für Strahlen­schutz teilte gestern in einer einstweiligen Broschüre mit:
„Ein unkontrolliertes Volllaufen des Grubengebäudes kann nicht ausgeschlossen werden.“
Was ich damit sagen wollte:
Wenn man auch nur einen einzigen Artikel über diese Nummer gelesen hat … also … das Ausmaß dieser grenzenlosen, unglaub­lichen äh ... oder anders rum: die Wut der Leute da, die jahrelang umsonst … also man könnte verstehen, wenn … oder nee, ich sag's mal so: Ich würd' da jetzt nicht unbedingt hinziehen.
4.4.17
Kriegundfrieden
Dpa meldet:
„Die britische Regierung hat im Streit um die Rolle Gibraltars bei den Brexit-Verhand-lungen eine militärische Option ausgeschlossen. Es werde keine Taskforce nach Gibraltar geschickt, um die spanischen Ansprüche auf das britische Überseegebiet abzuwehren, stellte ein Regierungssprecher am Montag in London klar.“
Ach, das is aber nett.
3.4.17
„Triplicate“
Die neue „Dylan“ is' da.
KAUFEN !
2.4.17
Ein Fall für die drei ??? ?
Dpa meldet:
„Öl-Konzern fordert Einhaltung des Klimaschutzabkommens -
Während Washington nach und nach Schutzregelungen rückgängig macht, wirft sich nun der Ölriese ExxonMobil in die Schlacht - und stellt sich auf die Seite des Weltklimas. Der Konzern fordert Präsi­dent Donald Trump ausdrücklich zur Einhaltung des Klimaschutz­abkommens von Paris auf.“
Sind jetzt alle gaga?
Nein. Alles völlig normal.
„Das Kapital ist halt ein vaterlandsloser Geselle.“ Karl Marx.
Das ist alles.
1.4.17
Heimatkunde -
heute: Kölle
In Köln ist vielleicht was los! Hier gibt’s nämlich „Kein Kölsch für Nazis“, d.h. eine Bürgerinitiative oder besser Kneipenwirtinitiative, die zur Zeit bereits aus 150 Kneipenwirten besteht, natürlich mög­lichst breiter werden will und mit 200.000 mit „Kein Kölsch für Nazis“ bedruckten Bierdeckeln ein Aufmupf-Zeichen gegen den Parteitag der AfD Ende April im Kölner Maritim-Hotel setzen möchte:
„In unserer Hausordnung ist klar geregelt, dass wir Rassismus und Homophobie nicht tolerieren. Bei uns in den Kneipen und Gaststät­ten spiegelt sich die gesamte Gesellschaft wider, hier wird niemand ausgegrenzt.“
So weit – so clever.
Denn genauso, wie bei der Forderung „Nazis raus aus Kölle!“ die Frage „Ja, wohin denn dann mit denen?“ sofort auf der Hand liegt und die Antwort „Nach Düsseldorf vielleicht oder Bergheim?“ die Angelegenheit unter Umständen noch etwas komplizierter machen könnte, so ist so eine Rassismus- und Homophobie-Intoleranz in einer Kneipe, die diese nette Gesellschaft in Gänze widerspiegeln soll, nicht nur der berühmte Widerspruch in sich sondern auch wohl kaum praktikabel. Allein theoretisch schon ein Schuss ins eigene Knie wär' sie in der Praxis ökonomisch noch um Längen be­kloppter
als das Rauchverbot. Die Kaschemm wär' quasi komplett leer.
Und 3.: Das Lustige ist – es ist kein Aprilscherz. Kölle alaaf.
„Aber, aber ... wir haben's doch nur gut gemeint!“
Ja, genau. Und nur gut gemeint ist eben auch ... nur gut gemeint,
ihr Komiker. Prost!
31.3.17
Sind die Arschlöcher für Deutschland (AfD) bald ganz im Arsch?
Laut Allensbach-Umfrage sind unsere Lieblinge auf der Rutschpartie ins Nichts ihrem Ziel ein gutes Stück näher gekommen und liegen ak­tuell bei 7 Prozent, dem niedrigsten Wert seit November 2015. Und bei 'forsa' sieht's für sie genauso aus.
Und was freuen sich jetzt die anderen alle! Was sind se alle aus dem Häuschen!! Meine Güte!!!
Nur: Wenn die dann endlich da sind, wo se hingehören, ja, wer küm­mert sich denn dann um all diese vielen besorgten Bürger? Um die­se besorgten Bürger mit all ihren berechtigten Sorgen und Nöten? Hm? Mit ihren Zweifeln und Verunsicherungen, ihren Wutgefühlen und Enttäuschungen? Ihrem ganzen lächerlichen, quicklebendigen, unkaputtbaren Hass auf alles Fremde und jeden, dessen Nase ihnen nicht passt? Ja, wer hat dann noch ein Herz für das Pack?
30.3.17
Nachtrag zu gestern
Für die Wähler und Wählerinnen von Trumpy dem Gruselclown trifft das jedenfalls in jedem Fall zu.
29.3.17
Manche machen es sich aber auch zu einfach
Die 'FAZ' pars pro toto:
„Wer die Abschaffung der türkischen Demokratie befürwortet, kann auch kein überzeugter Anhänger der deutschen Demokratie sein.“
Vielleicht.
Vielleicht aber auch nicht.
Vielleicht ist es ja so, dass die Türken, die hier jetzt für Erdogans Faschismus stimmen, der Meinung sind, dass ihre Kollegen und Kolleginnen in der Türkei für eine parlamentarische Demokratie einfach zu doof sind … Vielleicht ist es ja so!
28.3.17
Faschismus auf türkisch
[Nur für's Archiv]
Gestern ging's los:
Egal – scheißegal – präsidial!
Die Türken sind gar nicht so anders:
Die dümmsten Kälber
wählen ihre Schlächter selber.