Das Tagebuch

16.2.17
„Tag des strahlenden Sterns“
Es ist Nationalfeiertag in Nordkorea
Das Volk feiert
Geburtstag von Kim Jong-il
.
15.2.17
Nanu, was ist das denn?
Dpa meldet:
„Frankfurt in der Silvesternacht – 'BILD' entschuldigt sich für Sexmob-Artikel“
Echt? 'BILD', die größte usw. Europas, erklärt mit Bedauern:
„Mit Bedauern muss die Redaktion feststellen, dass die wiedergege­benen Aussagen und Anschuldigungen der vermeintlichen Opfer in keiner Weise von der Polizei bestätigt werden und gänzlich haltlos sind. Diese Übergriffe haben in Frankfurt so nicht stattgefunden.“ Man wolle sich daher auch für die Anschuldigungen bei den Betrof­fenen entschuldigen.
Da aber keine Bild-Zeitungsmeldung – auch nicht solche in eigener Sache – in die Welt gehen kann ohne eine vollfettgedruckte Lüge, endete die Selbstentschuldigung mit dem Satz:
„Diese Berichterstattung entspricht in keiner Weise den journalisti­schen Standards von Bild.“
Ja, wahrscheinlich. Und wahrscheinlich waren an dem Tag, als der Sexmob-Artikel getippt wurde, wieder mal Außerirdische in die Re­daktion eingedrungen! Und hatten die übliche Arbeit der gerade anwesenden Schreiberlinge einfach übernommen. Oder so ähnlich.
14.2.17
Es hört und hört nicht auf!
Meine Damen und Herren, liebe Leser!
Sie glauben ja gar nicht, was heut' schon wieder alles passiert ist!
13.2.17
Steinmeier -
der neue 1. Diener dieses Staates
Jeder von diesen Figuren muss sich ja auf irgendein extravagantes Rede-Thema kapritiotisieren. Bei Steini soll's wohl der Mut sein. Der wehrhafte Mut. Der Bürgermut. Der engagierte, wehrhafte Bürger­mut. Nich' zu verwechseln mit Wermuth. Und alles nach dem Motto:
„Laßt uns froh-oh u-und mutig sein
und uns re-echt vo-on Herzen freun!
Lustig, lustig, traleralera!“

Naja. Is ja ok.
Ich sag ma' so:
Hauptsache kein Pfaffe!
12.2.17
Hallo, Hamburg Landgericht!
Der Ziegen... äh, der gläubige, nein, der türkische Staatschef (So, jetzt hammers) und sultanoide Sippenoberirre vom Bosporus R.T. Erdogan hat für die Zustimmung zu seinem Präsidialsystem beim Referendum am 16. April die Wiedereinführung der Todesstrafe in Aussicht gestellt. Diesmal mit diesen Worten:
„So Gott will, wird der 16. April ein Signal für diese Sache sein“, so unser Sportsfreund zu Rufen nach der Wiedereinführung bei einem Auftritt in Istanbul. „Das Ende derer, die meinen Soldaten, meinen Polizisten, meinen Dorfschützer, meinen Bürger zum Märtyrer machen, ist genau, wie Ihr sagt, die Todesstrafe. Wie könnten wir das Blut meines Soldaten, meines Polizisten ungerächt lassen? Deshalb «Ja» am 16 April.“
Hallo, Hamburg Landgericht!
Mir ist gestern ein merkwürdiges Gedicht über den deutschen Reichskanzler Adolf H. aus dem Jahre 1938 zugespielt worden.
Und zwar geht das so:

„Sackdoof, feige und verklemmt,
ist Adolf, unser Präsident.
Sein Gelöt stinkt schlimm nach Döner, (?)
selbst ein Schweinefurz riecht schöner.
Er ist der Mann, der Mädchen schlägt
und dabei Gummimasken trägt.
Am liebsten mag er Ziegen ficken
und Minderheiten unterdrücken,
Juden treten, Linke hauen
und dabei Kinderpornos schauen.
Und selbst abends heißts statt schlafen,
Fellatio mit hundert Schafen.
Ja, Adolf ist so voll und ganz,
ein Präsident mit kleinem Schwanz.“
Usw. usf.

Was meinen Sie? Sollte man einen solchen Scheißdreck nicht verbieten? Oder wenigstens Passagen davon? Oder fällt das etwa unter Kunstfreiheit? Oder … oder … oder war dieser Reichskanzler zu dem damaligen Zeitpunkt noch gar nich' so'ne fiese Möpp?!
11.2.17
Böhmermann, geh du voran!
Dpa meldet:
„Das Gedicht 'Schmähkritik' von Jan Böhmermann bleibt in großen Teilen verboten und darf nicht wiederholt werden, weil es nach An­sicht des Hamburger Landgerichts eine Beleidigung des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan darstellt.“
Dazu hab ich nur 4 leise Fragen, sehr verehrtes, nee, Quatsch, hohes Hamburger Landgericht:
Einmal abgesehen davon, dass dieser Böhmermann das alles - also dass der Herr Erdogan am liebsten mit Ziegen schlafe, sein subsul­tanes Geschlechtsorgan nach Döner rieche, strenger als der Darm­wind eines mit Tabu besetzten Säugetieres, seine Hoden alle beide leer seien usw. usf. - das alles nur gesagt hat, um die Politik dieses Mannes ein wenig nachvollziehbar zu machen ... wie kommen Sie eigentlich darauf, dass dies alles in Wirklichkeit höchstwahrscheinlich mit Sicherheit nicht der Wahrheit entspräche? So, Landgericht, und jetzt meine 4 Fragen:
Haben Sie sich da kundig gemacht? Sind Sie dem nachgegangen?
Nee, ne? Sehense?
10.2.17
Heimatkunde -
heute: Aachen
Die Kölner Kirchenzeitung, äh, der 'Kölner Stadtanzeiger' war so freundlich und informiert:
„Aus Angst vor einem Atomunfall in Belgien bereitet die Aachener Region die Verteilung von Jodtabletten nach den Sommerferien vor. Ende August oder Anfang September werde es einen öffentlichen Aufruf geben, online Bezugsscheine für Jodtabletten zu beantragen. Menschen, die 45 Jahre und jünger (?!) sind, erhalten demnach Bezugsscheine, mit denen sie die Tabletten in Apotheken abholen können.“
Wer den 'Stadtanzeiger' kennt, weiß natürlich, dass diese Joddinger – das setzt der 'Stadtanzeiger' halt voraus - nur helfen, wenn man die zusammen mit 5 „Vater-unser“ und 33 „Gegrüßet seist du, Maria“ einnimmt. Trotzdem vielen Dank.
9.2.17
Genau! Die fehlten noch in unsrer Raupensammlung!
Die 'Rheinische Post' hatte gestern was zu erzählen:
Kleine Überschrift: „Claudia Roth trifft Richard Gere“
Große Überschrift: „Außerdem sieht er Bombe aus“
Fetter Vortext:
„Grünen-Politikerin Claudia Roth hat bei einem Treffen mit Richard Gere über die Repressionen in Tibet und die Folgen von Donald Trumps Präsidentschaft gesprochen. Der Schauspieler forderte Deutschland auf, den USA beim Kampf um die Demokratie zu hel­fen.“
Dann das hier:
„Claudia Roth ist eine auffällige Erscheinung, doch dieser Mann stahl ihr die Show. 'Ihm flogen die Herzen zu', räumte die Grünen-Politike­rin ein, nachdem sie den US-Schauspieler Richard Gere nachmittags durch den Bundestag geführt hatte. Bei Tee und Törtchen hatten sie zuvor fast anderthalb Stunden in ihrem Büro die Weltlage bespro­chen, vor allem über die Situation in Tibet und den USA.
'Wir dürfen Tibet nicht vergessen', sagte Claudia Roth im Anschluss gegenüber unserer Redaktion, 'denn Vergessen tötet. Die Repress­ionen durch China nehmen zu. Auch die Klimakrise ist längst im Tibet angekommen. Die Gletscher schmelzen dahin.'“
Ohm dharu dharu dhiri dhiri, ette vitte cale cale!
Ohm dharu dharu dhiri dhiri, ette vitte cale cale!
Ohm padma samaya, manu pa­laya, huru hum hum hahaha!
Ohm padma samaya, manu pa­laya, huru hum hum hahaha!
8.2.17
Heimatkunde -
heute: Ebensfeld in Oberfranken
Dpa meldet:
„Beichtstuhl als Klo benutzt
In Oberfranken hat ein unbekannter Täter zweimal sein Geschäft in einer Kirche verrichtet. Der Pfarrer hat Anzeige erstattet, weil in sei­ne Kirche gekotet wurde. Die Hinterlassenschaft soll nun der Polizei helfen. Mit einem DNA-Test wollen die Ermittler dem Täter auf die Spur kommen.
'Wir haben das öfter in Räumen, wo Bankautomaten stehen. Wenn dort jemand übernachtet, weil es da warm ist', sagte Hauptkommis­sar Gerald Storath von der Polizei in Bad Staffelstein am Mittwoch. 'In einer Kirche habe ich das noch nicht erlebt.'
Das erste Mal fand der Pfarrer der Kirche 'Maria Verkündigung' in Ebensfeld die unschöne Hinterlassenschaft im Beichtstuhl. Beim zweiten Mal, am vergangenen Freitag, erstattete er Anzeige – wegen Störung der Religionsausübung und Hausfriedensbruch.“
Tja.
Der Tag, an dem der Täter oder die Täterin in die Kirche gekotet hatte, war übrigens ein Donnerstag - wenn Sie ahnen, was ich meine. Und außerdem der 2. Februar, der „Internationale Tag der Feuchtgebiete“. Es kann sich bei der Tat natürlich auch um eine plötzliche Schließmuskelerschlaffung gehandelt haben. Oder um angewandte Kirchenkritik. Letztendlich steckt man da ja nich' drin.