Trump bei seinem 1. Auftritt nach seiner „Genesung“:
„Ich werde euch allen einen dicken, fetten Kuss geben!“
Mein Gott, ist das ekelhaft! Allein schon die Vorstellung!
Das Tagebuch
13.10.20
Bad in der Menge
12.10.20
Gott behüte!
Und es sprach im US-Senat bei der Anhörung für die Berufung zur lebenlangen Verfassungsrichterin die junge, hübsche, fesche, intelligente, hübsche, junge, fesche … hammer noch was? … ja, erzreaktionäre, abergläubische, schwerreligiöse, irrationale Kampfmaschine Amy Coney Barrett, Trumps Rache an der Welt von morgen, und sie sprach:
„Ich glaube an die Macht des Gebetes.“
Man sieht: Die Emanzipation der Frau kann auch schon mal jung, hübsch und fesch nach hinten losgehen.
„Ich glaube an die Macht des Gebetes.“
Man sieht: Die Emanzipation der Frau kann auch schon mal jung, hübsch und fesch nach hinten losgehen.
11.10.20
Kasper, Melchior, Hoppsassa
Rassismus im Christentum! Wo gibt‘s denn so was?!
Über, unter oder besser durch Ulm, einem beschaulichen Hinterposemuckeldörflein hart am Rande des Baden-Württembergischen, mit dem der Rest der Welt bisher, wenn‘s hochkommt, höchstens den beliebten Zungenverhaspeler „In Ulm, um Ulm und um Ulm herum“ verbunden hatte, war wohl vor einigen Monden ein mächtiger Hauch der Postpostpostmoderne geweht und hatte in der evangelischen Gemeinde mit dem Furor protestantischer Bilderstürmerei mächtig für Unruhe gesorgt.
Schuld, Dreh- und Angelpunkt war ein kunsthandwerkliches Detail der weihnachtlichen Krippenfiguren-Community in Gestalt unseres afrikanischen Mitbürgers König Melchior, auch bekannt als einer der drei Weisen aus dem Morgenlande, welcher vom Künstler, der kolonialen Tradition treuen Herzens verpflichtet, genau so zusammengezimmert worden war, wie sich der Otto-Normal-Europäer bis zum heutigen Tage einen echten Bimbo nur vorstellen kann, eben zu sein hat, nämlich rabenschwarz, mit wulstigen Lippen, Knubbelnase und abgenagten Knochen in der Haarkrause, nee, pardon, mit güldenem Armreif als Zeichen seiner neureichen Stammesposition im heimatlichen Kral oder so.
Ergebnis des eifrigen, evangelisch-demokratischen Weltverbesserungs-Diskurses war dann aber nicht die Frage: Kommt das schwarze Püppchen jetzt ins völkische Museum für angewandten Rassismus? Oder wird das Corpus delicti einfach ersetzt durch einen grünen oder violetten oder sonstwie gefärbten weisen, sternekundigen Oberhäuptling aus den Weiten der Serengeti?
Nein, die Antwort hieß ganz traditionell: Der Neger muss weg. Schlicht und ergreifend weg. Und so wurde er dann auch nach abendländischer Sitte wieder entsorgt. Der Mohr hatte damit noch ein letztes Mal seine Schuldigkeit getan. Der Mohr konnte gehen.
Fazit:
Die Ulmer Christengemeinde wird mit ihrem unverstandenen, kurzen Anflug von kritischer Vernunft selber klar kommen müssen. Für mich als Bewohner des nicht minder apokryphen Haufendorfes Colonia aber stellt sich unerwartet ein neues Problem: Was ist jetzt mit den heiligen Gebeinen der heiligen drei Könige, die seit ihrer Wanderschaft durch die Abendlande bekanntlich in der heiligen Gruft des Domes zu Kölle vor sich hin gammeln? Wer war denn dann da der dritte Mann?
Über, unter oder besser durch Ulm, einem beschaulichen Hinterposemuckeldörflein hart am Rande des Baden-Württembergischen, mit dem der Rest der Welt bisher, wenn‘s hochkommt, höchstens den beliebten Zungenverhaspeler „In Ulm, um Ulm und um Ulm herum“ verbunden hatte, war wohl vor einigen Monden ein mächtiger Hauch der Postpostpostmoderne geweht und hatte in der evangelischen Gemeinde mit dem Furor protestantischer Bilderstürmerei mächtig für Unruhe gesorgt.
Schuld, Dreh- und Angelpunkt war ein kunsthandwerkliches Detail der weihnachtlichen Krippenfiguren-Community in Gestalt unseres afrikanischen Mitbürgers König Melchior, auch bekannt als einer der drei Weisen aus dem Morgenlande, welcher vom Künstler, der kolonialen Tradition treuen Herzens verpflichtet, genau so zusammengezimmert worden war, wie sich der Otto-Normal-Europäer bis zum heutigen Tage einen echten Bimbo nur vorstellen kann, eben zu sein hat, nämlich rabenschwarz, mit wulstigen Lippen, Knubbelnase und abgenagten Knochen in der Haarkrause, nee, pardon, mit güldenem Armreif als Zeichen seiner neureichen Stammesposition im heimatlichen Kral oder so.
Ergebnis des eifrigen, evangelisch-demokratischen Weltverbesserungs-Diskurses war dann aber nicht die Frage: Kommt das schwarze Püppchen jetzt ins völkische Museum für angewandten Rassismus? Oder wird das Corpus delicti einfach ersetzt durch einen grünen oder violetten oder sonstwie gefärbten weisen, sternekundigen Oberhäuptling aus den Weiten der Serengeti?
Nein, die Antwort hieß ganz traditionell: Der Neger muss weg. Schlicht und ergreifend weg. Und so wurde er dann auch nach abendländischer Sitte wieder entsorgt. Der Mohr hatte damit noch ein letztes Mal seine Schuldigkeit getan. Der Mohr konnte gehen.
Fazit:
Die Ulmer Christengemeinde wird mit ihrem unverstandenen, kurzen Anflug von kritischer Vernunft selber klar kommen müssen. Für mich als Bewohner des nicht minder apokryphen Haufendorfes Colonia aber stellt sich unerwartet ein neues Problem: Was ist jetzt mit den heiligen Gebeinen der heiligen drei Könige, die seit ihrer Wanderschaft durch die Abendlande bekanntlich in der heiligen Gruft des Domes zu Kölle vor sich hin gammeln? Wer war denn dann da der dritte Mann?
10.10.20
Kleiner Tipp zum „Internationalen Tag der seelischen Gesundheit“
Wenn Sie mal wieder in nem Gespräch Gefahr laufen sollten, die Contenance zu verlieren und Ihre Hand auszurutschen droht, weil Ihr Gegenüber sich als kleiner Antisemit erweist, beenden Sie besser die sowieso sinnlose Diskussion und zwar mit einem v.a. seit Auschwitz sehr erfolgreichen jüdischen Witz. Geben Sie dem Arschgesicht ganz einfach Recht:
„Genau! Ganz Ihrer Meinung! Die Juden sind an allem Schuld! Die Juden und die Radfahrer!“
Der wird Sie daraufhin mit Sicherheit fragen:
„Äh, Moment, wieso denn die Radfahrer?“
Und dann fragen Sie zurück:
„Wieso denn die Juden?“
Schluss, aus, Nikolaus. Falls Ihr Gesprächspartner nicht ne vollkommen hohle Nuss ist, haben se danach zumindest n paar Tage Ruhe.
So wie ich jetzt ne Woche Ferien.
Auf Wiedersehen, Deutschland
„Genau! Ganz Ihrer Meinung! Die Juden sind an allem Schuld! Die Juden und die Radfahrer!“
Der wird Sie daraufhin mit Sicherheit fragen:
„Äh, Moment, wieso denn die Radfahrer?“
Und dann fragen Sie zurück:
„Wieso denn die Juden?“
Schluss, aus, Nikolaus. Falls Ihr Gesprächspartner nicht ne vollkommen hohle Nuss ist, haben se danach zumindest n paar Tage Ruhe.
So wie ich jetzt ne Woche Ferien.
Auf Wiedersehen, Deutschland
9.10.20
„Bild, BamS und Glotze“ - 2. Teil
Was bisher geschah:
Nee, Quatsch, lassen wa das. Steht ja alles schon da oben.
Also, laut ‚Kölner Stadtanzeiger‘, hm, war der Herr Schröder jedenfalls „über die Worte von Herrn Nawalny sehr erschüttert.“ Diese hätten ihn tief gekränkt und weiß der Düwel noch was. Wäre dieser deutsche Ex-Kanzler noch einigermaßen normal, wäre er einer, auf dessen Wort noch irgendjemand – außer vielleicht der lupenreine Putin – einen Pfifferling geben würde, hätte ‚Bild‘, die im Übrigen und sowieso nicht mal nen verfaulten, halben Pfifferling wert ist, unter Umständen bei Herrn Schröder ja mal nachgefragt. Und weil se das eben nicht getan hat, sagt der Herr Schröder nun:
„Das Blatt hat meine Persönlichkeitsrechte auf das Schwerste verletzt“ und behält sich, wie das bei Prozeßhanseln halt üblich ist, juristische Schritte vor. Was wiederum mehr als sinnlos, geradezu absurd erscheint – denn wie und wo sollen Persönlichkeitsrechte verletzt sein, wenn da keine Persönlichkeit mehr existiert? Egal.
Als damals, als der Herr Schröder begann zu werden, was er wurde, und dabei sein eigenes Grundgesetz verkündete „Zum Regieren brauch ich nur Bild, BamS und Glotze, war auch das eherne Gesetz der ‚Bild‘ bereits seit langem in Stein gemeißelt:
„Wer mit uns im Aufzug hochfährt, fährt mit uns auch wieder runter.“
Und so bleibt die ewige Frage: Wie doof darf man eigentlich sein …?
Nee, Quatsch, lassen wa das. Steht ja alles schon da oben.
Also, laut ‚Kölner Stadtanzeiger‘, hm, war der Herr Schröder jedenfalls „über die Worte von Herrn Nawalny sehr erschüttert.“ Diese hätten ihn tief gekränkt und weiß der Düwel noch was. Wäre dieser deutsche Ex-Kanzler noch einigermaßen normal, wäre er einer, auf dessen Wort noch irgendjemand – außer vielleicht der lupenreine Putin – einen Pfifferling geben würde, hätte ‚Bild‘, die im Übrigen und sowieso nicht mal nen verfaulten, halben Pfifferling wert ist, unter Umständen bei Herrn Schröder ja mal nachgefragt. Und weil se das eben nicht getan hat, sagt der Herr Schröder nun:
„Das Blatt hat meine Persönlichkeitsrechte auf das Schwerste verletzt“ und behält sich, wie das bei Prozeßhanseln halt üblich ist, juristische Schritte vor. Was wiederum mehr als sinnlos, geradezu absurd erscheint – denn wie und wo sollen Persönlichkeitsrechte verletzt sein, wenn da keine Persönlichkeit mehr existiert? Egal.
Als damals, als der Herr Schröder begann zu werden, was er wurde, und dabei sein eigenes Grundgesetz verkündete „Zum Regieren brauch ich nur Bild, BamS und Glotze, war auch das eherne Gesetz der ‚Bild‘ bereits seit langem in Stein gemeißelt:
„Wer mit uns im Aufzug hochfährt, fährt mit uns auch wieder runter.“
Und so bleibt die ewige Frage: Wie doof darf man eigentlich sein …?
8.10.20
„Bild, BamS und Glotze“
Weil der russische Blogger und anscheinend doch sehr gefährliche Kreml-Kritiker Alexey Nawalny unseren aus ganz kleinen Verhältnissen stammenden, altehrwürdigen Altkanzler Gerhard Schröder bescheinigt hat ...
gut, man könnte auch sagen: unserem vielfach gepriesenen sozialdemokratischen Oberegomanen, gnadenlosen Proletenbescheisser und schmierigen Anti-Kriegsopportunisten vorm Herrn und seit längerem als international Macht und Kohle abgreifenden Lobbyistenfritzen und, in diesem Fall nicht unwesentlich, hauptberuflich Aufsichtsratsvorsitzenden von Russlands Nord Stream AG und Rosneft, äh, wo war ich? Ach ja ...
im Interview mit der ‚Bild‘-Zeitung bescheinigt hat, „ein Laufbursche von Wladimir Putin“ zu sein und „aus Moskau verdeckte Zahlungen erhalten“ zu haben, war nun Gerhard Schröder so erschüttert …
Ach wissen se: Ich hab bei diesem schönen Wetter eigentlich gar keine rechte Lust, mir meine kostbare Zeit zum 1000. Mal mit diesem Arsch zu verplempern. Mal gucken. Morgen ist ja auch noch n Tag.
gut, man könnte auch sagen: unserem vielfach gepriesenen sozialdemokratischen Oberegomanen, gnadenlosen Proletenbescheisser und schmierigen Anti-Kriegsopportunisten vorm Herrn und seit längerem als international Macht und Kohle abgreifenden Lobbyistenfritzen und, in diesem Fall nicht unwesentlich, hauptberuflich Aufsichtsratsvorsitzenden von Russlands Nord Stream AG und Rosneft, äh, wo war ich? Ach ja ...
im Interview mit der ‚Bild‘-Zeitung bescheinigt hat, „ein Laufbursche von Wladimir Putin“ zu sein und „aus Moskau verdeckte Zahlungen erhalten“ zu haben, war nun Gerhard Schröder so erschüttert …
Ach wissen se: Ich hab bei diesem schönen Wetter eigentlich gar keine rechte Lust, mir meine kostbare Zeit zum 1000. Mal mit diesem Arsch zu verplempern. Mal gucken. Morgen ist ja auch noch n Tag.
7.10.20
Jott Fliege
Lange, lange Jahre hatte man von ihm nichts mehr gehört und gesehen. Aus der realen Welt schien er, von vielen, v.a. vielen Frauen schmerzlich vermisst, jedenfalls irgendwie entschwunden zu sein. Vor ein, zwei Wochen war er zwar wieder kurz unter uns, auferstanden als Redner auf der Münchener Anti-Corona-Manifestation seiner Freunde von der Querdenkerfront. Jedoch die gottferne Lügenpresse hatte kaum von ihm Notiz genommen.
Ob dieser Ignoranz nun tief und bitterlich enttäuscht, erinnerte er sich an seine hohe Kunst der christlichen Zauberei, verwandelte sich in ein allseits bekanntes Tier mit Flügeln gleichen Namens, flog über den großen Teich und nahm – während einer Live-Sendung im amerikanischen Fernsehen - Platz auf dem silbernen Haupthaar des Vizepräsidenten Mike Pence.
Doch leider hatte niemand eine Fliegenklatsche zur Hand.
Ob dieser Ignoranz nun tief und bitterlich enttäuscht, erinnerte er sich an seine hohe Kunst der christlichen Zauberei, verwandelte sich in ein allseits bekanntes Tier mit Flügeln gleichen Namens, flog über den großen Teich und nahm – während einer Live-Sendung im amerikanischen Fernsehen - Platz auf dem silbernen Haupthaar des Vizepräsidenten Mike Pence.
Doch leider hatte niemand eine Fliegenklatsche zur Hand.
6.10.20
Zur Abwechselung heute was Reelles
Mein Büchertipp des Monats:
„Leben mit Parkinson – Achterbahn für Fortgeschrittene“ von Dr. med. Helmut Schröder
und mein Plattentipp des Monats:
„Tuscaloosa“ von Neil Young + Stray Gators, ein Live-Mitschnitt aus dem Jahr 1973
„Leben mit Parkinson – Achterbahn für Fortgeschrittene“ von Dr. med. Helmut Schröder
und mein Plattentipp des Monats:
„Tuscaloosa“ von Neil Young + Stray Gators, ein Live-Mitschnitt aus dem Jahr 1973
5.10.20
Noch mal kurz zurück zum 3. Oktober
Bei der zentralen Propagandashow zum 30. Jahrestag der sog. Deutschen Einheit, die die politische Kaste in der Potsdamer Gebetsmühle St. Peter und Paul mit corona-bedingtem Minimal-Tamtam beging, hielt der für solche Zwecke erfundene Frank-Walter Steinmeier eine, ja, eine Rede und rief dabei zu einer sog. „kritischen Auseinandersetzung mit dem Vereinigungsprozess“ auf. Ziemlich wörtlich hieß es also aus dem berufenen Munde des Bundesdingsda:
„Dazu gehört auch, dass wir offen über Fehler und Ungerechtigkeiten sprechen. 30 Jahre nach der Wiedervereinigung ist Deutschland noch längst nicht so weit, wie es sein sollte.“ Ach was! Und weiter? Und so weiter sprach unser gesamtdeutsches Sandmännchen:
„Der Umbruch hat die Menschen im Osten ungleich härter als im Westen getroffen. Es gibt noch immer zu viele Geschichten zerstörter Biografien ...“ An der Stelle sah man da in der ehrwürdigen Gebetsmühle zu Potsdam die ersten Äuglein sich verfeuchten. Und vom eigenen Sermon ergriffen fuhr der empathische Nebelkerzenwerfer fort:
„Geschichten entwerteter Qualifikationen, von Orten, in denen ganze Generationen fehlten, weil die Jungen dort keine Zukunft gesehen haben und weggegangen waren.“ Angesichts solcherart gesalbten Worte gab‘s dann auch kein Halten mehr. Sturzbächen gleich gingen der andächtigen Gemeinde die Tränen nun massenhaft auf Reisen. Ihr Präsident aber bohrte weiter unverdrossen in den offenen Wunden, erinnerte daran,
„dass sich viele Ostdeutsche abgehängt fühlen. Wenn Menschen sich dauerhaft zurückgesetzt fühlen, wenn ihre Sichtweise nicht vorkommt in der politischen Debatte, wenn ...“ Fühlen, fühlen, fühlen! Was heisst denn hier 'Fühlen'? Auf welchem Mond lebst du denn, du Steinmeier!?, brüllte ich tonlos dazwischen. Doch der Präsident war nicht mehr zu stoppen:
„Wenn sie den Glauben an die eigene Gestaltungsmacht verlieren, dann ..." Ja was dann?! „dann darf uns das eben nicht kalt lassen!" Ach so! So das Staatoberhaupt und 1. Heizdeckenschamane der Nation:
„Dann bröckelt der Zusammenhalt, dann steigt das Misstrauen in Politik, dann ...“, ja dann, dann, dann „wächst der Nährboden für Populismus und extremistische Parteien.“
Ja, und dann … dann hörte man, wie sich draussen ein gewaltiges Unwetter zusammenbraute. Immer bedrohlicher trommelte der Regen aufs Dach und Gemüt, Donner, Blitze, Hagelsturm und Wolkenbruch ohne Unterlaß. Und plötzlich verfinsterte sich der Himmel, die Erde tat sich auf und die heilige Gebetsmühle zu Potsdam stürzte mitsamt ihrem gläubigen Inhalt in die unendliche Tiefe der brodelnden Finsternis ...
Und in der apokalyptischen Stille, die sich fortan ausbreitete, hörte ich die Stimme von Judith Rakers:
„Und nun das Wetter von morgen.“ Ich zuckte zusammen. Ich war wohl eingeschlafen. Bei der Tagesschau. Tag der Einheit, Steinmeier, Potsdam, Nährboden für Extremismus … war das alles nur ein böser Traum?
Oder fake …
Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht mehr.
„Dazu gehört auch, dass wir offen über Fehler und Ungerechtigkeiten sprechen. 30 Jahre nach der Wiedervereinigung ist Deutschland noch längst nicht so weit, wie es sein sollte.“ Ach was! Und weiter? Und so weiter sprach unser gesamtdeutsches Sandmännchen:
„Der Umbruch hat die Menschen im Osten ungleich härter als im Westen getroffen. Es gibt noch immer zu viele Geschichten zerstörter Biografien ...“ An der Stelle sah man da in der ehrwürdigen Gebetsmühle zu Potsdam die ersten Äuglein sich verfeuchten. Und vom eigenen Sermon ergriffen fuhr der empathische Nebelkerzenwerfer fort:
„Geschichten entwerteter Qualifikationen, von Orten, in denen ganze Generationen fehlten, weil die Jungen dort keine Zukunft gesehen haben und weggegangen waren.“ Angesichts solcherart gesalbten Worte gab‘s dann auch kein Halten mehr. Sturzbächen gleich gingen der andächtigen Gemeinde die Tränen nun massenhaft auf Reisen. Ihr Präsident aber bohrte weiter unverdrossen in den offenen Wunden, erinnerte daran,
„dass sich viele Ostdeutsche abgehängt fühlen. Wenn Menschen sich dauerhaft zurückgesetzt fühlen, wenn ihre Sichtweise nicht vorkommt in der politischen Debatte, wenn ...“ Fühlen, fühlen, fühlen! Was heisst denn hier 'Fühlen'? Auf welchem Mond lebst du denn, du Steinmeier!?, brüllte ich tonlos dazwischen. Doch der Präsident war nicht mehr zu stoppen:
„Wenn sie den Glauben an die eigene Gestaltungsmacht verlieren, dann ..." Ja was dann?! „dann darf uns das eben nicht kalt lassen!" Ach so! So das Staatoberhaupt und 1. Heizdeckenschamane der Nation:
„Dann bröckelt der Zusammenhalt, dann steigt das Misstrauen in Politik, dann ...“, ja dann, dann, dann „wächst der Nährboden für Populismus und extremistische Parteien.“
Ja, und dann … dann hörte man, wie sich draussen ein gewaltiges Unwetter zusammenbraute. Immer bedrohlicher trommelte der Regen aufs Dach und Gemüt, Donner, Blitze, Hagelsturm und Wolkenbruch ohne Unterlaß. Und plötzlich verfinsterte sich der Himmel, die Erde tat sich auf und die heilige Gebetsmühle zu Potsdam stürzte mitsamt ihrem gläubigen Inhalt in die unendliche Tiefe der brodelnden Finsternis ...
Und in der apokalyptischen Stille, die sich fortan ausbreitete, hörte ich die Stimme von Judith Rakers:
„Und nun das Wetter von morgen.“ Ich zuckte zusammen. Ich war wohl eingeschlafen. Bei der Tagesschau. Tag der Einheit, Steinmeier, Potsdam, Nährboden für Extremismus … war das alles nur ein böser Traum?
Oder fake …
Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht mehr.