Das Tagebuch

23.5.15
Wofür gibt’s eigentlich den „Focus“?
Dafür:
„Astronomen haben die bislang hellste Galaxie im bekannten Uni­versum aufgespürt: Die ferne Sterneninsel strahlt so hell wie 300 Billionen Sonnen.“
So, jetzt wissen wir das auch.
„Weiter berichten Forscher um Chao-Wei Tsai vom Jet Propulsion Laboratory der US-Raumfahrtbehörde Nasa im Fachblatt The Astro­physical Journal: 'Das grelle Licht könnte vom Haupt-Wachstums­spurt des Schwarzen Lochs in der Galaxie stammen'.“
Hm.
Ja, gut, könnte! Muss aber nicht. Weil: Könnte - könnte - könnte! Könnte nämlich auch ganz anders sein. Könnte zum Beispiel auch sein, dass das möglicherweise sogar egal ist! Wenn sich nämlich irgend­wann herausstellen sollte – jetzt nur als Beispiel – , dass es unter den wöchentlich 530.931 „Focus“-Käufern nich einen einzigen gebe, der von den vier Sätzen da oben auch nur einen Buch­staben verstanden hat.
Ja, gut, könnte! 's könnte-könnte natürlich diesen 1 Käufer geben! Theoretisch. Ich aber fräße 'nen Besen mitsamt dem Schwar­zen Loch und diesem Haupt-Wachstumsdingsda inklusive seiner NASA.
(Den dicken Herausgeber hab ich übrigens schon lange.)
***
Na, so was! Ich hab noch 'ne Meldung für heute, und zwar über etwas vom andern Ende des Andromeda-Nebels, die in diesem
Fall aber wissenschaftlich exakt abgesichert ist.
Dpa meldet:
„Das russisch-orthodoxe Kirchenoberhaupt Patriarch Kyrill hofft, dass der rus­sische Popstar Polina Gagarina an diesem Samstag nicht bei dem Eurovision Song Contest gewinnt. Wenn Gagarina gewänne, käme nämlich 'der ESC 2016 gemeinsam mit all diesen bärtigen Sängerinnen nach Russland.'
Mit Blick auf Conchita Wurst kritisierte Kyrill Tendenzen beim ESC, die 'im Widerspruch zur russischen Kultur' stünden. Der Patriarch warb dafür, 'Wiegenlieder sowie patriotischen und geistlichen Gesang zu unterstützen'.“
Wenn man sich vorstellt ... dieser unfassbare Vollhorst ist mitnichten irgendein trostloser pathologischer Einzelheinz mit 'ner rasenden Rie­senklatsche und lustigem Hütchen auf'er Murmel, sondern ein bei der übergroßen Mehrheit der Russen hoch angesehener pathologischer Einzelheinz mit 'ner rasenden Riesenklatsche und lustigem Hütchen auf'er Murmel!
Aber man muss es sich ja nicht vorstellen! Es ist ja so.
22.5.15
Heute schauen wir mal in die Zukunft
Am kommenden Wochenende werden gleich 3 Großveranstaltungen unsere Welt … ja, nun nicht grade in ihren Grundfesten erschüttern, aber doch zumindest massenhaft anrühren, wenn nicht sogar höchst peri­pher tangieren.
Da ist zum einen das beliebte Pfingstfest, auch Pfingsten genannt, an dem viele Leute traditionell plötzlich anfangen zu glossolalieren, also der religiösen Glossolalie anheimfallen, äh, mit andern Worten laut Wiki­pedia „unverständlichen“ Quark absondern.
Dann passiert ungefähr dasselbe noch ein Mal mit musikalischen Mitteln, sie nennen es Eurovision Song Contest, und drittens wird in einer Pause eben dieser Schlager-Glossolalie um 20.55 Uhr Pfarrer Gereon Alter aus Essen im Fernsehen das „Wort zum Sonntag“ ver­künden. Oh ja! Und der Deutschen Presseagentur hat Pfarrer Alter auch schon verraten, worüber er sich da auslassen will:
„Meine Predigt wird von der großen Versuchung handeln, das Leben als 'perfekte Show' zu inszenieren ...“ Ja, danke, Alter! Das reicht.
Is ja hochinteressant, Herr Pfarrer!
Und das muss uns ausgerechnet ein Typ erzählen, der es nicht ab­warten konnte, vor 1 Jahr bei dieser Ice Bucket Challenge, dieser Eiswürfeleimerherausforderung als einer der ersten sich den vollen Kübel über seine dumpfe Glocke zu kippen! Aber der glaubt ja auch, dass das abgefüllte Schlagervolk die Pause nicht dazu nutzen würd, die Getränke zum Klo wegzubringen, sondern vorhabe, belämmert vor der ARD-Kiste hocken zu bleiben, um sich noch sein 'Wort zum Sonntag' rein­zuziehn.
Egal. Das ist jedenfalls die zweitälteste Sendung der ältesten Rund­funkanstalt Deutschlands. (Das war's eigentlich, was ich nur sagen wollte.)
21.5.15
„heute +“ - ein Nachruf
(s. auch 6. 5. '15)
„Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben. Man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken.“ (Karl Kraus)
P.S.:
Es dauert nicht mehr lange und die reden in den Hauptnachrichten auch so. Und dann könnt ihr mich alle mal am ... nee, Quatsch!
Ihr könnt mich jetzt schon!
20.5.15
Die gute Nachricht
Es sind oftmals nicht die großen, pompösen, sondern die kleinen, die unscheinbaren, kleinen Dinge des Lebens, die dem Menschen nachhaltig Freude bereiten und plötzlich zur reinen Quelle der Hoff­nung werden. Ein häufig gesprochenes, scheinbar wohlüberlegtes Wort wie, früher sei alles besser gewesen, wird auch schnell zum dummen Wort durch ein womöglich ja eher unauffälliges Ereignis,
das uns aber wieder einen klaren Blick nach vorn verschafft und offenherzig für kommende Zeiten macht.
So beging gestern dieser Thomas Gottschalk seinen 1. Rententag
und läutete damit ein neues, für uns alle großes Glück verheißen-
des Zeitalter ein: eine Fernseh-Zukunft ohne Thomas Gottschalk!
Ein sehr herzliches Dankeschön geht daher heute von hier aus an die Biologie, die anscheinend heutzutage als einzige Kraft noch in der Lage ist, hier&da, wo die Grenze des Erträglichen erreicht ist, auch Grenzen zu setzen.

Gut, ich hätt' auch einfach sagen können:
Drei Kreuze! Halleluja! Das Elend hat ein Ende!
Doch ich wollt's mal ohne dicken Hammer.
Einfach simpel mit Gesülze.
19.5.15
Gute Aussichten für die AfD (Arschlöcher für Deutschland)
(Es folgt nun eine Nummer, die Sie, liebe Leser, sehr wahrscheinlich nicht so appetitlich finden. Sie basiert aber auf einem meiner tiefen Herzenswünsche und musste deswegen sein. Pardon im voraus!)
Die „Welt“ wundert sich:
„Die jüngsten parteiinternen Turbulenzen haben der Alternative für Deutschland (AfD) in der Wählergunst nicht geschadet. Laut Um­fragen könnte die AfD trotz allem mit 6 % der Stimmen rechnen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre.“
Wo ist das Problem? Warum sollten sich die AfD-Wähler denn von den Arschlöchern für Deutschland abwenden? Wenn bei den Arsch­löchern für Deutschland sowohl der eine Flügel aus Arschlöchern be­steht als auch der andere aus Arschlöchern, dann ist doch klar wie … Kloßbrühe, dass auch bei den Wählern der Arschlöcher die bei­den Arschlöcher-Flügel vertreten sind, oder allgemein ausgedrückt: dass Arschlöcher-Wähler als solche eben Arschlöcher sind. Und bleiben. Und warum sollten Arschlöcher nicht weiterhin Arschlöcher wählen? Hm?
(Pardon hatt' ich schon gesagt, oder.)
18.5.15
Friedensengel! Hassenichgesehn!
Heut' brauch' ich nur zu zitieren. Das reicht!
Dpa meldet:
„Vatikan - Am Ende der 20-minütigen Privataudienz tauschten der Papst und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas Geschenke aus. Die Atmosphäre sei 'sehr herzlich' gewesen. Franziskus überreichte ihm eine Medaille mit einem Friedensengel und sagte zum Abschied, das passe gut zu ihm, denn 'du bist ein Engel des Friedens'.“
'Du bist ein Engel des Friedens'! Nee, wat hammer gelacht!
Ähm, tut mir Leid. Jetzt muss ich doch was dazu sagen. Schon als kleiner Junge hab' ich manches Mal gefragt: "Mama, wie sehn so Friedensengel eigentlich aus?" Konnt' se mir natürlich nicht erklären. Aber seit der Papst-Nummer gestern weiß ich's. Und ich kenn' die sogar! Alle beide! Friedensengel.
Nicht, dass es, meine Damen und Herren, hinterher wieder heißt: Davon haben wir nix gewusst! Es stand alles inner Zeitung.
17.5.15
Rauche, staune, gute Laune!
„Drogenbeauftragte der Bundesregierung gegen Legalisierung“,
meldet dpa.
Dass der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, der Beauftragte der jeweils regie­renden „Alkoholikerversammlung“ (Joschka F.) nicht zuständig ist für deren Versorgung mit ausreichend Marihuana, son­dern im Gegenteil für die ständige Verteufelung von Marie-Johanna, steht schon in der Arbeitsplatzbeschreibung des Drogenbeauftragten. Wer anderes er­wartet, trinkt zu viel.
Was mir bei dieser impertinenten Propaganda nur immer auffällt: Spricht z.B. ein Priester mit normalen Leuten im kleinen Kreis über den Geschlechtsverkehr, wird er, wenn er ehrlich ist, wenigstens in aller Regel rot - weil er weiß, dass er nicht mal ahnt, wovon er redet. Der Drogenbeauftragte aber lügt sich vom ersten Arbeitstag an skru­pellos durch den Job. Was muss man da fürn Arschloch sein?
Das aktuelle kommt jetzt übrigens vom Bauernhof, ist eine Frau und Mitglied der christlich-sozialen Union. Das erklärt zwar einiges. Aber Marlene Mortler lügt nicht! Denn die ist so dermaßen doof, dass sie selbst das nicht mal weiß.
Und wir Kiffer müssen damit leben! Schön wär anders.
16.5.15
Breaking news *** Breaking news *** Breaking news *** Breaking
Die Pest ist wieder ausgebrochen!
Eine zumindest gefühlt lange Zeit war sie spurlos verschwunden, und jeder, der auch nur mit einem kritisch-besorgten Halbsatz an
sie erinnerte, wurde umgehend in die Schranken verwiesen: Über
eh schon am Boden Liegende mache man sich nicht usw. ...
Jetzt hammer den Salat. Die FDP ist wieder da!
15.5.15
„Marx rügt Idee der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare“
Dpa meldet:
„Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Rein­hard Marx, hat das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ...“ boah, ich schlaf gleich ein. „... wegen dessen Vorschlägen zum Umgang mit gleichgeschlechtlichen Paaren gerügt. Einige Forderun­gen seien 'mit Lehre und Tradition der Kirche nicht vereinbar.'“ usw.
Ach, nee! Hört, hört!
Na, die Reformkräfte haben es zur Zeit wohl nicht so einfach.
Nun, vor einiger Zeit hatte auch ich hier einen ausführlichen Brief an den Herrn Kardinal gerichtet, in dem ich noch mal alle wesentlichen Aspekte des Themas möglichst umfassend dargelegt und am Ende mit einer herzlichen Bitte verbunden hatte. Ich hatte geschrieben:
„Herr Kardinal!
Wer wo, wie oder was,
wie oft oder wen oder wann,
wieso, weshalb, warum und/
oder überhaupt vögelt, guter Mann,
geht Sie und Ihren Verein
einen UNIVERSALEN SCHEISSDRECK an.
Und, bitt'schön, geh'n se jetzt
- wegen mir auch in Gottes Namen -
dahin, wo der Weihrauch wächst.
Für alle Ewigkeiten. Amen.“

Nun ist es natürlich gut möglich, dass der Herr Kardinal meinen Brief gar nicht bekommen hat. Jedenfalls läuft der hier immer noch rum.
(Kann uns so aber auch viel besser am Arsch vorbeigehen ...)