Das Tagebuch

6.2.20
Alle zusammen gegen die Arschlöcher
Von SPIEGEL, stern, Zeit, taz über WAZ und FAZ bis Welt und BILD - auch so 'ne Art Volksgemeinschaft: - was woll'n wir mehr?
Wie sagt man heute? Mega-krass! Liest sich ja wie gleichgeschaltet. Oder wenn ich mal Udo Lindenberg aus seinem Zusammenhang reißen darf:
„Sie brauchen keinen Führer – sie schaffen 's auch alleine.“
5.2.20
Heimatkunde -
heute: Thüringen
Bei der Wahl des neuen Ministerpräsidenten gab's ne kleine „Über­raschung“: Mit den Stimmen von CDU und denen der Arschlöcher für Deutschland wurde der FDP-Fritze Glatze Kemmerich neuer Regierungschef. Heil Höcke!
Nee, nee, nee – kann sein, dass sich Geschichte schon mal als Farce wiederholt. In diesem Thüringen hat se's aber nicht. Da hat se sich ganz einfach wiederholt.
Auf, auf! Wir gehen lustigen Zeiten entgegen. Bin gespannt, wann Klein-Höcke mit dem Rrrr zu rollen anfängt.
4.2.20
Bevor es irreversibel noch schlimmer wird und zu spät ist …
Dpa meldet:
„Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz will wohl wieder für den Bundestag kandidieren“
Usw. Horror! Die Zeitungen sind voll mit diesem Zeugs. Aus aktuellem Anlaß deswegen schnell ein erstes Stoßgebet:
Lieber Gott!
(Für den Fall, dass es dich – pardon: Dich – doch gibt)
Mach, bitte, dass Friedrich Merz immer dann, wenn er demnächst einen wichtigen Termin für sein Comeback hat, zwei, drei Tage vorher die Masern kriegt. Amen.
3.2.20
Zum Finale
„Die gewöhnlichste Lüge ist die, mit der man sich selbst belügt; das Belügen andrer ist relativ der Ausnahmefall.“
(Friedrich Wilhelm Nietzsche).
2.2.20
Zum weiteren Verlauf
„Man soll nicht in Kirchen gehn, wenn man reine Luft atmen will.“
(Friedrich Wilhelm Nietzsche).
1.2.20
Auftakt zum „Synodalen Weg“
Erster und einziger Grundsatz zur Moral des Christentums:
„Solange man nicht die Moral des Christentums als Kapitalverbre­chen am Leben empfindet, haben dessen Verteidiger gutes Spiel.“ (Friedrich Wilhelm Nietzsche).
31.1.20
Willkommenskultur à la Griechenland
Es ist ja nicht so, dass es nicht in der Zeitung stünde … Der Kölner Stadtanzeiger meldet auftragsgemäß:
„Athen. Die griechische Regierung hat sich eine neue Methode ausgedacht, die Überfahrt von Migranten aus der Türkei nach Griechenland zu erschweren: Vor den Küsten der Inseln sollen kilometerlange schwimmende Barrieren aus Kunststoff Migranten daran hindern, mit ihren Booten zu den griechischen Eilanden überzusetzen.
Doch die Maßnahme ist umstritten. Selbst Verteidigungsminister Ni­kos Panagiotopoulos, dessen Ministerium das Projekt ausgeschrie­ben hat, zeigte sich nicht sicher, ob der Plan erfolgreich sein kann. Zunächst sei nur ein Versuch geplant. Die Absperrungen sollen knapp 3 Kilometer lang sein, etwa 50 Zentimeter über dem Wasser aufragen und mit Blinklichtern ausgestattet sein.“
Von wegen Europa ist sich nicht einig. Und die Idee könnte auf dem Mist von jedem europäischen Regierungsgärtner gewachsen sein ... Nur hat nicht jedes europäische Land so schöne Eilande. Ein Hoch auf die christliche Seefahrt!
30.1.20
Und was haben se die Hosen voll!
Domradio.de tickert:
„Erste Synodalversammlung des Synodalen Weges -
Das Notwendige und Mögliche erkennen -
An diesem Donnerstag beginnt der lange erwartete und im Vorfeld gleichermaßen mit großen Hoffnungen wie auch Befürchtungen bedachte Synodale Weg. Worum geht es? Wohin könnte der Weg führen? Wohin nicht?“
Ja, wo führen sie denn hin? Ja, wo laufen sie denn?"
Wohin laufen sie denn? Ja, wo laufen sie denn?
Wenn sie sich nur nicht verlaufen ...
29.1.20
Heimatkunde -
heute: Kölle
Werter Markus Schwering, Sie gehören ja als E-Kulturpapst der Kölner Kirchenzeitung „Stadtanzeiger“ zu den wenigen ihrer Bran­che, auf dessen Seriösität, Schwurbellosigkeit und Faktensicherheit man sich einiger­maßen verlassen kann - angesichts Ihrer unfassba­ren Viel­schreiberei (heute allein ganze anderthalb Seiten!) geradezu bemerkens-, ja, gratulationswert. Und da sind wir auch schon beim Thema. Überschrift:
„Geschichte atmen am Kapitolshügel -
An Kölns größter romanischer Kirche fließen die Zeitläufte von den Römern bis heute zusammen“
Sie schreiben:
'Die spätgotische Dreikönigspforte, das letzte erhaltene „Immunitäts­tor“ in Köln an der Südseite zum Marienplatz, stammt aus dem 15. Jahrhundert. Es wurde an der Stelle errichtet, an der Erzbischof Rainhald van Dassel die Gebeine der Heiligen Drei Könige in die Stadt gebracht haben soll.'
So, worum geht’s, was is los, wonach riecht's, wat scheint denn hier nich ganz koscher? Sind doch alles Fakten, ist doch alles korrekt! Oder? Selbst das, was ins Reich der Legende gehört – dass näm­lich, ganz wich­tig, dieser Erzkriegsverbrecherbischof van Dassel seine berühmteste Kriegsbeute, die „Gebeine der Heiligen Drei Könige“, durch genau das Immunitätstor, das später deswegen ehrfürchtig „Dreikönigspforte“ genannt wurde, in die Kölner City ge­schleppt haben soll – selbst diese pisselige Pisseligkeit haben Sie voll korrekt mit dem Wörtchen „soll“ als typisch unbewiesene Kir­chengeschichtsmärchenerfindung - zumindest - ange­deutet.
Ja und? Was soll das jetzt? Wo will er denn hin? Fragt sich aber allmählich der geneigte, auf die Folter gespannte Leser dieser Zei­len.
Nun, es mag ja pingelig erscheinen wie pathologisches Erbsenzäh­ler- und Korinthenkackertum, trotzdem: Werter Herr Schwering, diese Ihre heiligen drei Könige hat's nun mal niemals jemals never ever gege­ben. Und schon gar nicht deren Beine, Gebeine oder sonst wat für tote Phantasmata! Alles Lüge und Legende, alles klassischer Kirchen-Lull & Lall. Und des­wegen gehören diese drei heiligen Vögel – mit Verlaub – auch ein­gesperrt in, na? na? ... genau ... in Anführungszeichen! Sonst müssten wir das gesamte Geseier leider, leider Gottes Propaganda nennen. Und noch was: Eigentlich sollten m.M.n. alle Wörter in solchen Artikeln grundgesetzlich in Anführungs­zeichen gesetzt werden. Außer vielleicht "und" und "aber". Reichen tät aller­dings – ich bin da ja kompromissbereit -, für den Anfang auch nur das Wort "Kirche".
Danke im Voraus.