Das Tagebuch

20.5.23
Warum Hiroshima – 80 Jahre danach
Die weisen, demokratischen Staats- und Regierungschefs der G7 haben sich für ihre G7-Gipfelsause mit Hiroshima einen Tagungsort ausgesucht, der geradezu prädestiniert erscheint, sich nebenbei auch kniffeligen philosophische Fragen von einigem Unterhaltungs­wert zu nähern.
Okay, here we go?
Okay, dass Deutschland 3 Monate vor Japan '45 schon am Ende war und Japans Kapitulation kurz bevorstand, geschenkt, alter Hut. Dass drei Tage nach Hiroshima dann noch Nagasaki überflüssigerweise atomi­siert wurde, geschenkt, war vielleicht Teil der Übung. Dass die Sowjets ähnliches vor hatten, geschenkt, waren halt radioaktiv nicht so schnell. Dass bis heute kein amerikanischer Präsident für die sinnlo­se Vernichtung zweier Großstädte um Entschuldigung ge­beten hätte, geschenkt, bei wem denn? Waren doch alle tot. Dass auch China nicht gerade für mimosenhafte „Verteidigungspolitik“ bekannt ist, auch geschenkt. Dass man nach Unterschieden zwi­schen Russland, China und Europa/USA also mit der Lupe suchen muss, geschenkt, geschenkt. Aber dass die in Hiroshima versammel­ten gläubigen Staatsweisen aus dem Abendlande selber felsenfest überzeugt sind, dass Gott auf ihrer Seite stünde ... okay, okay, zugegeben, auch geschenkt. Geschenkt, geschenkt (3x)
Liebe Leser, machen se sich keine übertriebenen Hoffnungen auf einen ordentli­chen Knaller, auf einen Erlöser-Witz am Ende, auf DIE dicke Kriegspointe hier zum Schluss. Da kommt keine. Da kommt gar nix. Sehense, das is im Leben eben schon mal so.
Schönen Tach noch.
19.5.23
Neue Töne aus dem ‚Kölner Stadtanzeiger‘
„Weil Jakarta * im Wasser versinkt, baut der Inselstaat eine neue Hauptstadt. Nusantara soll mitten im Dschungel entstehen – nachhaltig und technologisch auf höchstem Level.“
Ja, so macht man das!Auf höchstem Level! Ideen muss man haben!
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* Und Jakarta ist nicht so 'n Pisskaff wie Köln, nein, nein. Mit 10,04 Millionen Einwohnern (2018) in der eigentlichen Stadt ist sie die größte Stadt Südostasiens und mit etwa 34 Millionen Einwohnern (2019) in der Metropolregion Jabodetabek der zweitgrößte Ballungsraum weltweit.
18.5.23
Heute ist Christi Himmelfahrt!
Heute is Christi wat?
Wir schreiben das Jahr 2023 n.ach u.nserer Z.eitrechnung. Und benennen den heutigen Feiertag immer noch mit einem Ausdruck nicht von dieser Welt: „Christi Himmelfahrt“.
Meine Stunde aber ist noch nicht gekommen. Ich fahr für n paar Tage nach Holland. Is zwar nich das Paradies. Kann ich aber gut mit leben.
Bis Montag.
Euer w
17.5.23
Übrigens
Gestern war „Internationaler Aktionstag des friedlichen Zusammen­lebens“. Und ehrlich gesagt, hab ich nich ganz so viel von mitgekriegt.
16.5.23
Schon über die Hälfte
Leute, es wird gruselig: First USA, dann Polen, Ungarn, Italien, Eng­land, Norwegen und Dänemark, Österreich ja sowieso, Israel und
nach 20 fundamentalen Terrorjahren mit Erdogan jetzt sogar ohne große Wahlfälschungen, vor seiner 5. Sultanisierung + Reinwasch­ung auf Teufelkommheraus und end­gültig wohl auch im Sinne Allahs die stolze, alte, äh, overstolze ... Türkei. Ich könnt auf den letzten Me­tern noch bekloppt werden! Fehlt nur noch Frankreich unter Le Pen, um den allerletzten Funken Hoffnung krepie­ren zu lassen. Dann aber gute Nacht, Marie!
In all den Staaten dreht zur Zeit über die Hälfte der Bevölkerung, wahlweise bestätigt, erfolgreich am Rad und völlig durch. Am Ende wird's überhaupt kein Land mehr geben, in das man abhauen kann, weil überall die Nazis am Ruder sind.
In dem Fall wär es vielleicht sinnvoll, prophylaktisch jetzt schon mal hier im eigenen Land Asyl zu beantragen. Aber wie ich den Laden kenne, würd' man hier auch gar kein Asyl bekommen. Weil, is ja logo, wo‘s kein Recht auf Asyl gibt, kann‘s auch kein Asyl geben. Da hilft weder Bleiberecht noch Beten.
Nein, das kann alles gar nicht sein. Irgendwo steckt in dieser arg ne­ga­tiven Vision ein grober Denkfehler! Am wahrscheinlichsten ist es nämlich, dass, wenn alles außer Deutschland von Nazis regiert wer­den würde, sich Deutschland doch schon längst beizeiten zum Füh­rerhauptquartier der Bewegung gemausert hätte. Denn zweierlei ist auch in Zukunft so sicher wie das Amen in der Kirche:
Der Tod ist ein Meister aus Deutschland und das Amen in der Kirche.
15.5.23
Neue Serie!
Die deutschen Parteien von ganzganz oben betrachtet,
heute: die Grünen
Eins vorweg:
Man muss die Grünen nicht mögen, man muss sie nicht lieben, man muss sie nicht mal gut oder gar notwendig finden. Man muss sie auch nicht wählen, man muss nicht ihre Marotten teilen oder liken, wie man heutzutage zu fabulieren pflegt. Man muss bezüglich der Grünen überhaupt nichts. Was man aber eigentlich schon mal müss­te oder könnte, ist im Zusammenhang mit der Vetternwirtschaft im Wirtschaftsministerium den Herrn Habeck, diesen in der Tat wahr­haft seltenen, ungewöhnlichen Ausnahmepolitiker, zu fragen:
„Herr Habeck, wie dermaßen dämlich darf man da als Bundesmi­nister eigentlich sein?
Aber selbst die Antwort auf diese Frage wird man sich schenken müssen.
14.5.23
Germany zero points
Deutschland, nich traurig sein!
Traumwandlerisch und mit tödlicher Sicherheit punktgenau auf dem letzten Platz zu landen, ist doch auch ne starke Leistung!
13.5.23
Zum Eurovision Song Contest,
dem deutschen, europäischen oder auch multinationalen
erfolgreichsten Mega-Musik-Event der Welt
Alles klar?
Ja, aber eine Frage hab ich denn doch noch:
Warum klingt das alles gehoppst wie gesprungen und warum sieht das alles auch noch genauso aus?
Weil im Endstadium des sog. Spätkapitalismus (Tut mir leid, geht nicht anders) alle sich gleich und gleichberechtigt behandelt fühlen sollen müssen und deswegen eben alle nur noch nach einer Pfeifen­regel hopsen, springen und aussehen dürfen können, wenn sie Erfolg haben wollen.
Und wenn Sie nach diesem fulminanten Megamusikevent erzählen, es hätte Ihnen aber nichts, aber auch gar nichts daran gefallen, dann können Sie sich ja glücklich schätzen.
Trotzdem fragt man sich: Warum haben se sich den Müll denn dann angetan?
12.5.23
Das Haar in der braunen Suppe
Was jeder Einzelne mit seinen Haaren macht oder machen läßt, ist ja dessen Privatangelegenheit. De gustibus non est disputandum. Wenn man aber gleichsam über Nacht plötzlich überall nur noch kahlrasierte Stiernacken vor sich hat und die obere Schädel-Hälfte dem Pudelzuchtveredlungsprogramm des Franziskaner-Ordens ge­schuldet zu sein scheint, dann fällt es mir schwer, hier an indivi­duellen Geschmack zu glauben. Wenn diese Pisspottfiguren jedoch glaubhaft versichern, das wäre halt genau ihr Ding, dann ist es zwar vielleicht etwas voreilig, die Faschismuskeule rauszuholen. Aber mit dem Frisurfaschismus, liebe Freunde, ist auch nicht zu spaßen!