Das Tagebuch

15.2.26
Merz ganz und gar in seinem Element of Crime
Der Bundeskanzler hat auf der Münchener Sicherheitskonferenz eine riesengroße Rede gehalten, für die er von allen hochgelobt wurde. Und voilà, die inhaltlichen Differenzen zu US-Außenheini Rubio waren am Ende praktisch nicht mal der Rede wert. Von dem mit irrem Engagement und Tamtam aufgeblasenen Oppositionsgenöle („Das ist mit mir nicht zu machen! Da können Sie sich, meine Damen und Herren, … drauf verlassen!") blieb nach der durchgelaberten Nacht nicht mehr viel übrig. In einem Punkt sind die Unterschiede zwischen Trump und Merz mittlerweile sogar ähnlich unmessbar geworden wie bei diesen homöopathischen Veräppelungspillen:
und zwar die Geschwindigkeit, mit der unsere cleveren Neo-Imperia­listen ihre Schnellschüsse wieder ad acta legen, nach Geschmack oder wat wieder ins Programm aufnehmen, danach aus Jux und Dollerei wieder rausschmeißen usw.etcetera.pp – pathologische Wiederho­lungstäter oder wie man das in der Fachsprache nennt.
Und in einem weiteren nicht unwichtigen Punkt sind die beiden Politwichtel mit sich identisch, um nicht zu sagen: identitär: in ihrer bemerkenswerten Asozialität.
Insofern wüsst ich auch gar nicht, was, warum und wiewowann sich unsere Weltordnung verändert hätte. Zumal unsere beiden Prota­gonisten mit dem Matthäus-Effekt eine gemeinsame christlich-brü­derliche Grundhaltung beanspruchen, die da bei Matthäus lautet:
„Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.“ (Mt 25,29)
 Oder mal eben kurz und salopp ausgedrückt:
„Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen“
Amen.
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