Er hat noch jede seiner Prognosen, ob innen-, außen- oder sonstwiepolitisch, lange vor dem üblichen Verfallsdatum dementieren oder ins Gegenteil drehen müssen. Das einzige von Bestand, auf das man sich verlassen kann, haben, ähnlich wie bei Trump, nur seine maßgeschneiderten Anzüge. So viel zu seiner konsistenten Leitkultur. Und der Fähigkeit, über seinen sauerländischen Tellerrand zu glotzen.
Angesichts so stringenter Erfahrung in eigener Sache sollte man glauben, würde Herr Merz allmählich gelernt haben, wenigstens bei der Vorausschau weltgewichtiger Entwicklungen im Ausland Vorsicht walten zu lassen. Aber nix da.
Zur Zeit jongliert er mit Modi, dem Regierungschef von Indien, dem bevölkerungsreichsten Land der Erde, durch die indische Gegend, markiert den großen Mc mit dicker Hose und rapunzelt mal so eben nebenbei ungefragt der Weltpresse seinen unmaßgeblichen Senf zum aktuellen Zustand des Irans in die Notizbücher:
„Wenn sich ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten kann, dann ist es faktisch am Ende. Ich gehe davon aus, dass wir jetzt auch hier gerade die letzten Tage und Wochen dieses Regimes sehen.“
Selbst der ‚Kölner Stadtanzeiger‘, nicht gerade bekannt als Freund der Mullahs, hält sich mit solchen Schnellschussprognosen zurück wie auch sämtliche Regierungshäupter der übrigen Staaten, die ihre einschlägigen Erfahrungen mit den Vollweisen aus dem Morgenlande gemacht haben.
Nicht dass wir hier in diesem Land keine gravierenden Probleme hätten, aber mit dem heutigen Tage habe ich den Eindruck, dass wir uns mit Merz noch ein echtes Zusatzproblem anne Hacke eingehandelt haben. Will sagen:
Müssen wir uns über den geistigen Zustand unseres Bundeskanzlers ernsthaft Sorgen machen?
Was mich betrifft: Die hatt’ ich vorher schon.